Der eigene Laden für zwei Monate

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Odine Mansury und Rachel McCann.

Frankfurt – Die Designerinnen Rachel McCann, Jutta Horn und Odine Mansury aus Frankfurt verkaufen ihre Mode unter einem Dach. Doch bevor sie ihren Laden „Stilverliebt“ auf der Berger Straße überhaupt eröffneten, stand bereits fest: Noch in diesem Jahr schließen sie wieder. Von Angelika Pöppel

Im kleinen Geschäft von Rachel McCann, Jutta Horn und Odine Mansury auf der Berger Straße geht es kuschelig zu: Neben Kuschel-Eulen, liegen bunte Bettwäsche und wollige Schals. Bunte Mützen zieren die Schaufensterpuppen. Auch die Stimmung ist gut. Denn statt sich einen harten Konkurrenzkampf zu liefern, unterstützen sich die Frauen gegenseitig.

„Alleine hätte sich keine von uns einen eigenen Laden leisten können“, sagt Rachel McCann, die unter dem Label Little One Kuscheltiere und Dekoration für Kinder entwirft. So werden die Kosten geteilt, die Frauen können abwechselnd im Laden stehen und voneinander lernen. Ob Unternehmensberaterin Mansury, die ehemalige Mediendesignerin McCann oder Einkaufsberaterin Horn, jede von ihnen bringt ihre speziellen Kenntnisse ein. So hat das Logo die Ex-Grafikerin entworfen. „Stilverliebt“ soll für die hohe Qualität der Materialien und die schlichten Entwürfe der drei Frauen stehen.

Keine kitschigen Kindersachen

„Kindersachen müssen nicht kitschig sein“, sagt Mansury, die unter dem Label Akascha Bettwäsche und Kleidung vor allem für Jungen entwirft. „Als mein Sohn zur Welt kam, konnte ich einfach keine schönen Kindersachen finden“, sagt die 32-Jährige. Von diesem Zeitpunkt an, setzte sie sich selbst and die Nähmaschine. Und ihre Entwürfe kamen bei Freunden und Bekannten gut an. Auch McCann entdeckte ihre Näh-Leidenschaft mit der Geburt ihrer Tochter vor einem Jahr: „Man war eben ans Haus gebunden.“ Und so nähte die 36-Jährige das erste Kuscheltier – eine Eule – für ihre Tochter.

Doch auch Mode für die Dame ist bei „Stilverliebt“ erhältlich. Die dritte im Bunde, Jutta Horn, gestaltet unter Vivepink Wollmützen und Schals, sowie Kissenbezüge und Taschen aus alten Mützen und Pullovern. „Wir wollen den Kunden ein großes Angebot bieten, aber nicht untereinander konkurrieren“, sagt Mansury. Und sie sind auf der Suche nach weiteren Designern, die bei ihnen ausstellen wollen. Die Frauen sind von dem Konzept überzeugt und haben deshalb auch die „Stilverliebt Academy“ gegründet, in der sie Tipps für die Selbstständigkeit geben. „Schließlich habe alle Designer die selben Schwierigkeiten“, sagt Mansury. Das größte Problem: Die Ladenmiete. „Wir können gar nicht so viel produzieren, um nur die Miete reinzuholen“, sagt McCann. Deshalb ziehen die Frauen im Dezember auch aus und verkaufen ihre Ware wieder über das Internet: „Wir wollten raus auf den Markt, um bekannter zu werden, aber auf die Dauer können wir uns die Miete nicht leisten.“

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