Kommentar

Echtes Hessisch? Babbelt doch net!

Bevor jetzt ein Aufschrei durch die Reihen der Traditions-Babbler geht! Es gibt ganz pragmatisch gesehen Gründe, warum wir alle froh sein sollten, dass der hessische Dialekt immer mehr verwässert. Ein Kommentar von Christian Reinartz

Denn mal ehrlich: Dialekt ist zwar mit dem Totschlagargument Heimat verbunden. Aber hat die hessische Sprache denn Vorteile? Klar: Sie klingt lustig und hat es zu einigem Ruhm in Form von Heinz Schenk, Maddin Schneider und Badesalz gebracht. Aber: Der hessische Dialekt bringt auch so einige Nachteile mit sich. Wer breit hessisch spricht, hat es oft schwerer, ernst genommen zu werden, wenn es etwa um Berufliches geht. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Ein Bankberater, der wie Madddin Schneider quatscht? Ein Politiker, der im breitesten Hessisch für sein Programm wirbt? Oder ein Arzt, der die Blutergebnisse bebabbelt? Wer zu viel Dialekt spricht, wird oftmals von anderen abgewertet. Deswegen ist es so gesehen ein Vorteil, wenn der Dialekt an Bedeutung verliert. Das Hessen-Herz schmerzt trotzdem.

Hier geht´s zum Artikel "Unser Hessisch ist nur eine Kompromiss-Sprache"

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