Durchgeknallt: Er ist der verrückteste DJ Frankfurts

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Stacheldraht und irrer Blick: DJ Locomania heizt Frankfurt ein.

Frankfurt – Die Musik fließt ihm aus den Pulsadern – zumindest symbolisch. Denn das zeigt eines von zahlreichen Tattoos, die den Körper von DJ Locomania zieren. Und auch seinen Namen, der übersetzt „verrückte Art“ heißt, hat er sich unter die Haut stechen lassen. „So durchgeknallt wie ich ist keiner in Frankfurt“, sagt er von sich selbst. Seit Donnerstag gibt es seine erste Single „Samba do Spain“ zu kaufen. Von Jennifer Dreher

Mit bürgerlichem Namen heißt er Christian Ruiz Da Silva. Seine Eltern stammen aus Portugal und Spanien. Aufgelegt hat er bereits im Monza, Velvet und im Sky Club sowie bei den Partyreihen Fuckmybeatz und Wild Obsession. Schon sein Vater legte Platten auf – damals waren es die Songs der Bee Gees und Beatles. Die Musik von Da Silva klingt aber anders – elektronisch mit Latino-Einschlag.

Es muss immer Rhythmus dabei sein

„Nur monotone Bässe in zwei, drei Variationen sind mir zu langweilig. Für mich muss immer Rhythmus dabei sein“, berichtet der 32-Jährige. Er sieht sich als Künstler, „nicht als Juke-Box“ wie er sagt. Und er feiert hinter und auf dem DJ-Pult mit den Nachtschwärmern, spritzt Wasser in die Menge, zückt die Trillerpfeife, steht mit freiem Oberkörper tanzend an den Reglern.

„So wie ich am Zappeln bin, denken sicher viele ich würde Drogen nehmen“, vermutet er. Doch die braucht er nicht, um gut drauf zu sein. „Wer professionell auflegt und auch etwas erreichen will, braucht einen klaren Kopf“, sagt er. Daher holt er den verlorenen Schlaf durch die langen Partynächte montags nach.

Er will einmal im Pacha auflegen

„Mein Traum ist es, einmal in einem der großen Clubs auf Ibiza aufzulegen wie dem Pacha“, verrät der Offenbacher. Auch wenn es nicht die DJ-Kanzel des Pacha war, im Es Paradis hatte er kürzlich seinen ersten Gig. „Momentan spiele ich vielleicht in der ersten Bundesliga, was das DJing betrifft, aber irgendwann möchte ich mal in die Champions League“, fügt er hinzu.

Doch dazu braucht er vor allem Kontakte und Durchhaltevermögen. „Im ersten Jahr habe ich kein Geld verdient. Ich musste mir erstmal einen Namen machen. Da war es ein tolles Gefühl, wenn ‚DJ Locomania‘ auf einem Flyer stand“, erinnert er sich. „Bis man vom Auflegen leben kann, dauert es manchmal Jahre“, weiß er.

Sich trauen, einfach mal James Brown zu spielen

Mit seiner eigenen Agentur unterstützt er Nachwuchs-Künstler, die Talent haben. „Man muss sich auch mal trauen, wenn der Laden am Kochen ist, einfach James Brown im Original mit ‚I feel good‘ aufzulegen. In dem Moment drehen sich alle Gesichter im Raum zu dir. Wenn die Leute dann anfangen zu tanzen, hast du alles richtig gemacht“, erinnert sich Da Silva.

Trotz Erfahrung macht ihn die Veröffentlichung von „Samba do Spain“, die bei den bekannten Musik-Download-Portalen zu haben ist, nervös. „Du weißt einfach nie, wann und ob der Durchbruch kommt“, sagt er, aber für ihn steht fest: „Ich lasse mich auch von einem Rückschlag nicht aufhalten. Ich mache immer weiter!“

Samba do spain gibt es zu kaufen unter www.amazon.de.

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