Museumsdirektor Max Hollein erklärt die Faszination an dem Altmeister

Dürer-Ausstellung im Städel Frankfurt

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Albrecht Dürer porträtierte einst Elsbeth Tucher. Jahrhunderte später zierte sie die 20-Mark-Scheine.

Frankfurt - Albrecht Dürer s Werke waren einst in allen Geldbeuteln. Zum Beispiel auf dem 20-Mark-Schein. Dürers Originale hängen ab dem 23. Oktober im Frankfurter Städel Museum. Städel-Direktor Max Hollein erklärt die Faszination an dem Altmeister. Von Norman Körtge

Erklären Sie die Faszination, die von den Werken Albrecht Dürers ausgeht?

Ich denke, jeder Deutsche, ob kunstinteressiert oder nicht, ist in seinem Leben mehrfach mit Werken von Albrecht Dürer in Berührung gekommen. Denken Sie nur an den ehemaligen 20-DM-Schein mit dem Bildnis der Elsbeth Tucher oder natürlich an die Betenden Hände, die wir von Grabmälern und Kondolenzkarten kennen. Aber auch unabhängig von diesen Ikonen der Kunstgeschichte war Dürer ein Meister aller Klassen und übrigens auch ein Vorreiter in vielen anderen Bereichen: Er wirkte als wissenschaftlicher Forscher, Grafiker, Kunsttheoretiker, sogar als Unternehmer. Er war ein Universalgenie, das Maßstäbe setzte.

Was ist Ihr persönliches Lieblingswerk und warum?

Als Wiener freue ich mich natürlich besonders, dass wir – neben etlichen weiteren kapitalen Werken Dürers – mit dem Gemälde Maria, das Kind stillend aus dem Jahr 1503 eine für mich ‘alte Bekannte’ aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien hier in Frankfurt präsentieren können.

Wenn ich mich vor dem Besuch der Ausstellung über Dürer informieren möchte, was empfehlen Sie?

Sie finden alle Infos und Termine im Internet auf der eigens eingerichteten Webseite www.duerer-in-frankfurt.de. Dort können auch Online-Tickets erworben werden. Wer ein Smartphone besitzt, kann sich außerdem die speziell für die Ausstellung konzipierte Dürer-Audio-App herunterladen und zum Beispiel den von Heino Ferch gesprochenen Audioguide bereits vor dem Ausstellungsbesuch anhören.

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Erwarten Sie eine ähnliche gute Besucherresonanz wie etwa bei Botticelli oder Cranach den Älteren?

Die Ausstellung ‘Dürer’ ist sicherlich unser Highlight des Jahres 2013. Die ersten Vorbereitungen wurden schon vor vier Jahren getroffen und deshalb freuen wir uns, die Werke nun einem breiten Publikum präsentieren zu können und möglichst viele Besucher zu interessieren und zu begeistern. Neben regelmäßigen Führungen bieten wir deswegen über die gesamte Laufzeit ein vielfältiges Rahmenprogramm für alle Altersgruppen an, unter anderem findet am 16. November eine Dürer-Nacht im Rahmen der 1822-Städel-Nächte mit DJs und Liveband statt.

Werke von Albrecht Dürer im Städel

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