Dürer-Ausstellung: Ohne Hände, aber mit Füßen

+
Der sogenannte Heller-Altar ist im Frankfurter Städel Museum wieder vereint – zumindest für die Zeit der Dürer-Stellung. Foto: dpa

Frankfurt – Die Dürer-Ausstellung im Städel ist eröffnet. Die weltberühmten Betenden Hände sind nicht zu sehen, dafür die Füße. Von Norman Körtge

„Wir haben die Füße, aber nicht die Hände“, sagt Städel-Direktor Max Hollein. Enttäuschung ist in seiner Stimme aber nicht zu hören, dass das am meisten vervielfältigste Werk Albrecht Dürers – die Betenden Hände – nicht in der am Dienstagabend eröffneten und bis zum 2. Februar 2014 gehenden Ausstellung zu sehen sind. Grund: Die Albertina in Wien hatte die Zeichnung jüngst erst zu einer Ausstellung in Washington ausgeliehen und bleibt jetzt erst einmal an der Donau. „Wir handeln auch nicht anders“, erklärt Hollein.

Lesen Sie außerdem:

Museumsdirektor Max Hollein erklärt die Faszination Albrecht Dürer

Viel mehr überwiegt beim Museumsdirektor die Freude darüber, dass es ihm und seinen Mitarbeitern um Kurator Jochen Sander gelungen ist, den sogenannten Heller-Altar wieder zu vereinen. Das Frankfurter Dürer-Werk schlechthin. Denn der Nürnberger Künstler fertigte die Tafeln gemeinsam mit Mathis Grünewald zwischen 1507 und 1509 für den wohlhabenden Frankfurter Jakob Heller an. Ursprünglich war das Werk für die Kirche des Dominikanerklosters in Frankfurt bestimmt.
Heute sind sie aufgeteilt zwischen dem Historischen Museum Frankfurt, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und dem Städel. Was viele nicht wissen: Die weltberühmten Betenden Hände waren eine Vorzeichnung für den Heller-Altar. Viele dieser Zeichnungen sind jetzt in Frankfurt zu sehen. Dazu gehören eben auch die sehr plastischen Füße, die sonst in einem Rotterdamer Museum gezeigt werden.

Im Städel sind auf 1000 Quadratemetern 200 Dürer Werke sowie 80 weitere Kunstwerke aus dem zeitlichem Umfeld Dürers zu sehen. Daher auch der Untertitel der Ausstellung: „Kunst – Künstler – Kontext“. Besonders spektakulär: Die Ehrenpforte für Kaiser Maximilian I. Das Werk ist dreieinhalb mal drei Meter groß.

Werke von Albrecht Dürer im Städel

Werke von Albrecht Dürer im Städel

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare