Der Dschungel-Marathon

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Generalprobe: Im Stadtwald testet Sabine Nöbel das Aufhängen ihrer Hängematte.

Frankfurt – Sabine Nöbel sucht die Herausforderung. Seit sie laufen kann, ist die Frankfurterin auf Achse. Jetzt macht sie sich auf zu neuen Abenteuern: Vom 4. bis 13. Oktober nimmt die 32-Jährige am „Jungle Marathon“ in Brasilien teil - Der gefährlichste Abenteuerlauf der Welt. Von Mareike Palmy

Testessen: Die Dschungel-Läufer brauchen für die Strecke Trockennahrung in Tüten. Sabine Nöbel testet schon mal wie’s schmeckt.

Ob Statistenrollen im Fernsehen, Kochduelle oder Misswahlen, Sabine Nöbel hat schon viel ausprobiert. Doch jetzt stellt sie sich ihrer bisher wohl größten Aufgabe: Mit einem Rucksack geht es eine Woche durch den Urwald in Brasilien. Beim „Jungle Marathon“, dem Marathon der besonderen Art, will sich die Sachsenhäuserin beweisen. „Ich bin zwar keine Extremsportlerin, aber ich traue mir das zu. Das ist meine persönliche Challenge“, sagt Sabine Nöbel.

Wie es ihr beim „Jungle Marathon“ ergangen ist, welche Abenteuer sie „durchlaufen“ hat und welche Erfahrungen sie gewonnen hat, gibt’s auf ihrem Blog unter mylifemychallenges.blogspot.co.uk/.

Doch nur die fittesten schaffen das Ultrarennen quer durch das Amazonasgebiet. Der Körper muss schließlich heftigen Bedingungen Stand halten. Nicht nur die klimatischen Verhältnisse mit teilweise 40 Grad im Schatten, fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und sengender Hitze werden eine enorme Belastung für die in London lebende Volkswirtin sein. Auch die Pflanzen- und Tierwelt des Regenwaldes sind potenzielle Gefahrenquellen: Dornen, Stacheln, Dschungelwildschweine, Jaguare, Spinnen, Skorpione und Schlangen sind allgegenwärtig. Bei den zahlreichen Flussdurchquerungen darf man natürlich auch nicht zimperlich sein. Krokodile und Piranhas sind nur zwei Bewohner in den Gewässern des Amazonasgebietes. „Die Natur am Amazonas ist für mich der größte Reiz am Marathon, denn eine Läuferin bin ich eigentlich nicht“, so die Frankfurterin.

Seit Monaten trainiert Sabine Nöbel für ihren Extrem-Trip. Denn dieser Marathon kann selbst einem sehr gut trainierten Ausdauersportler einiges abverlangen. Neben Fitnessstudio, Kletterpark und mentalen Übungen, laufen ihre Vorbereitungen auf Hochtouren. „Mein ganzes Erspartes geht für dieses Abenteuer drauf. Allein die Teilnahme kostet 2500 Euro. Dazu wurde ich gegen Gelbfieber und Tollwut geimpft, denn man muss auf alles vorbereitet sein“, sagt Nöbel.

Sogar eine komplette Dschungelausrüstung mit moskitosicherer Hängematte, wasserdichten Klamotten und Laufschuhen, Taschenlampe, Fußpuder und vielem mehr, hat sie sich gekauft. Die Teilnehmer müssen nämlich ihre persönlichen Utensilien und ihre Verpflegungen für das ganze Rennen mit sich schleppen. Die Organisatoren stellen lediglich Wasser und eine Karte zur Verfügung. „Entsprechend musste ich mich im Training auf das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken vorbereiten. Jeden Morgen jogge ich jetzt 45-Minuten quer durch London zur Arbeit mit meiner Tasche auf dem Rücken“, sagt die Abenteurerin.

Dabei ist schon die Strecke des „Jungle Marathon“ Herausforderung genug. Kilometerlange matschige Dschungelpfade, quer liegende Bäume, riskante Fluss- und Sumpfdurchquerungen und lehmige, steile An- und Abstiege machen den Parcours zu einem Abenteuer für Mutige. Zwischen den Etappen schläft die Sachsenhäuserin in provisorisch eingerichteten Lagern am Ufer des Tapajós-Flusses in ihrer Hängematte. Damit das Aufbauen des Nachtlagers dann auch im Dschungel reibungslos funktioniert, hat Nöbel schon mal im Frankfurter Stadtwald geübt. „Drei Minuten hat’s gedauert und die Hängematte hing.“

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