Erschießungen angekündigt

Morddrohungen gegen Politiker in Dreieich und Neu-Isenburg

Dreieich/Neu-Isenburg - Der Hass auf Muslime nimmt neue Dimensionen an. In den Rathäusern von Dreieich und Neu-Isenburg gehen fast identische Drohbriefe ein. Der anonyme Absender hetzt gegen das Engagement für Muslime. Sollte es nicht aufhören, werde es Tote geben. 

Die Gruppe „Refugees welcome - Neu Isenburg“ veröffentlichte den Drohbrief in voller Länge. 

Vergangenen Donnerstag sei das Schreiben in Dreieich eingegangen und ein wortgleiches in Neu-Isenburg, bestätigte der Bürgermeister von Dreieich, Dieter Zimmer. Darin sei es um den Einsatz für Menschen mit muslimischem Glauben gegangen. Der Brief war an Kommunalpolitiker von CDU, SPD, Grünen und Linken gerichtet gewesen, voller Beschimpfungen und Rechtschreibfehler.

Die Verfasser bezeichnen sich selbst als Christen, die bereit sind, ihr Land zu verteidigen. Sollten ihre Forderungen kein Gehör finden, wolle man zur Waffe greifen: „Hört auf damit euch so stark für Muslime zu engagieren, andernfalls beginnen wir mit Erschießungen bei Angehörigen dieser Volksgruppe. Wir machen keinen Spaß [...] Finden unsere Forderungen trotzdem kein Gehör so werden wir mit Erschießungen von Kommunalpolitikern weiter machen.“ Um ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen, geben die Unbekannten an, „bewaffnet und bereit“ zu sein. 

Die Gruppe „Refugees welcome - Neu-Isenburg“ hat in Absprache mit Bürgermeister Herbert Hunkel mittlerweile ein Foto des Drohbriefs auf ihrer Facebookseite veröffentlicht. Innerhalb eines Tages wurde der Post über 600 Mal geteilt. 

Ändern werde er an seiner Politik nichts, sagte Bürgermeister Dieter Zimmer. Auch sein Neu-Isenburger Kollege Herbert Hunkel sieht das genauso. Die Briefe wurden der Polizei übergeben, beide Bürgermeister erstatteten Anzeige. Nun hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. 

Auch andernorts sorgen Drohbriefe in letzter Zeit vermehrt für Aufruhr. In Herne führte zum Beispiel ein anonymer Drohbrief vor wenigen Wochen zur Absage des Kinderkarnevals. dpa/skk

Archivbilder

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Rubriklistenbild: © Refugees welcome - Neu-Isenburg

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