Er dribbelt sich zur Einheit

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Frank Geisler spielt als Fußball-Trainer ein Stück zur Einheitsgeschichte.

Offenbach – Es ist der Offenbacher Kulturbeitrag zur Wiedervereinigung: Im Solo-Theaterstück „Leben bis Männer“ entwickelt ein Trainerfuchs aus dem Osten sein Weltbild und streift die deutsch-deutsche Geschichte. In die kann sich der Schauspieler Frank Geisler ganz gut hineinversetzen. Von Andreas Einbock

„Mein Vater ist gebürtiger Sachse und kam vor dem Mauerfall aus der Kriegsgefangenschaft nach Hessen“, sagt Geisler und ergänzt: „Ich selbst bin zwar im Jahr des Mauerbaus 1961 hier geboren, aber die Verwandtschaft wohnt noch in Altmittweida. Deshalb ist mir der Dialekt und die Mentalität etwas vertraut.“

Das 80-minütige Solostück, das auf dem gleichnamigen Roman von „Sonnenallee“-Autor Thomas Brussig basiert, läuft bereits seit viereinhalb Jahren. „Das Schöne daran ist, dass dieser Trainertyp nicht belehren will und keine Antworten gibt. Vielmehr legt er mit einfacher Sprache den Finger in die immer noch nicht verheilte Wunde“, so der Schauspieler, der diesen Zustand mit einem weinenden und lachenden Auge sieht. „An den unterschiedlichen Reaktionen im Publikum merke ich, dass es bei Einigen noch Unwissenheit gibt“, sagt Geisler. Von Fußball müsse dafür aber keiner etwas verstehen.

Gelegenheit zum Anschauen gibt‘s samstags, 9. und 16. Oktober, jeweils 20 Uhr sowie am Donnerstag, 14. Oktober, 20 Uhr in der Kulturfabrik Schanz, Mühlheim, Carl-Zeiss-Straße 6. Informationen unter: www.of-t-raum.de

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