Der Kampf in Litauen

Udo Krause will den WM-Titel im Armwrestling

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Udo Krause aus Dreieich will wieder Weltmeister werden.

Dreieich – Udo Krause ist ein Mann, der hart zupackt. Viel Power, Technik und erfolgreiche Haltegriffe sind seine Welt. Jetzt kämpft der Dreieicher um seinen zweiten WM-Titel im Armwrestling. Von Fabienne Seibel

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110 Kilo schwer, 1,83 Meter groß, und stählerne Muskeln. Das ist Udo Krause. Der 48-Jährige aus Dreieich ist motiviert bis in die letzte Muskelfaser für sein großes Turnier: In der kommenden Woche tritt er bei der Weltmeisterschaft im Armwrestling in Litauen an. Dort kämpft Krause in der Mastersklasse der 40- bis 50-Jährigen ab 100 Kilo Körpergewicht. Der mehrfache Deutsche Meister und Vize-Europameister ist die große Hoffnung des Kraftsport-Vereins in Langen. Krause hat sich bereits 2011 den Weltmeistertitel im Armwrestling geholt: „Ich fühle mich fit und will loslegen“, sagt der Mann mit den Händen, so groß wie Bratpfannen. Seine Nerven sind kurz vor der WM zum Zerreißen gespannt. „Kurz vor wichtigen Wettkämpfen bin ich ein richtiges Ekel. Dann bin ich gereizt und nervös und es fällt mir schwer, mich zu entspannen.“

Training und Disziplin

Laut Krause sind intensives Training und viel Disziplin nicht ausreichend, um bei der WM erfolgreich zu sein. „Wenn man am Wettkampf-Tag schlecht drauf ist, helfen Training und gute Technik nicht. Ich fühle mich zwar fit, aber die Leistung ist auch stark von der Tagesform abhängig.“ In seiner Altersklasse treten 22 Teilnehmer an, viele kennt Krause schon von vorherigen Turnieren. Der 48-Jährige erhofft sich daraus Vorteile. „Wenn man seinen Gegner schon kennt und weiß, welche Technik er anwendet, dann kann man im Vorhinein entsprechend trainieren.“ Schon seit Monaten stemmt der Dreieicher zwei Stunden täglich Gewichte und trainiert unter anderem seine Griffkraft, Techniken, seine Handgelenke und den Bizeps. Anerkennende Worte für seine ausgeprägten Muskeln interessieren ihn nicht. Krause: „Es ist nicht wichtig wie groß die Muckies sind, sondern welche Kraft drin steckt.“

Kraft und Technik

Der 48-Jährige ist sich seiner Stärken bewusst: „Bei mir geht viel über die Kraft und eine bestimmte Technik. Wenn beides auf den Punkt funktioniert, kann ich viel erreichen.“ So kurz vor der WM muss sich Krause jedoch selbst bremsen. „Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht noch im Training verletze und alles etwas lockerer angehen. Beim Trainieren habe ich mir schon mal den Bizeps abgerissen, so etwas darf auf keinen Fall passieren.“ Bei einem früheren Wettkampf verletzte sich Krause an einer Sehne am linken Arm. „Deshalb drücke ich beim Kampf nur noch mit rechts.“ Gegen das Klischee, dass Armwrestling nichts anderes sei als das Armdrücken in Kneipen, wehrt sich der 110 Kilo-Mann: „Armwrestling ist ein fairer Kampfsport, ohne dass man sich dabei die Köpfe eindrückt. Man braucht viel Training und Disziplin.“ Obwohl der Sport in Deutschland eher unpopulär ist und die Kämpfer selbst beim Erreichen des WM-Titels lediglich eine Medaille erhalten, denkt Udo Krause nicht ans Aufhören. „So lange ich fit bin und Spaß habe, mache ich weiter. Ab der Altersklasse Ü-50 kommen durch andere Gegner auch wieder neue Herausforderungen auf mich zu, auf die ich mich jetzt schon freue.“

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