Drei Schwergewichte bekommen neues Zuhause

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Zoo-Direktor Thomas Kauffels.

Kronberg – Bisher sind Aruba, Zimba und Wankie die einzigen Dickhäuter im Opel-Zoo  Kronberg. Doch die drei Elefanten-Damen sollen nicht mehr lange allein bleiben. Die von Opel Hessische Zoostiftung lässt eine neue Elefantenanlage bauen – inklusive Boxen zur Geburtsvorbereitung. Von Julia Renner

Aruba, Zimba und Wankie sollen bald nicht mehr die einzigen Elefanten im Opel-Zoo bleiben.

Etwas mehr als neun Millionen Euro kostet die neue Anlage, die aus einem Schauhaus und einer riesigen Außenanlage besteht. „65 Prozent der Finanzierung sind gesichert“, sagt Zoo-Direktor Thomas Kauffels. Im Herbst soll der Bau losgehen. Wenn das Geld bis dahin allerdings nicht zusammengekommen ist, muss alles um ein Jahr verschoben werden.
Doch Kauffels ist optimistisch, dass mit dem Bau des 820 Quadratmeter großen Schauhauses und der 5000 Quadratmeter großen Außenanlage pünktlich angefangen werden kann. Eingeplant ist auch eine Besonderheit: Boxen zur Geburtsvorbereitung.
Bislang kamen Elefantenbabys weltweit auf Betonfußböden zur Welt. Durch die „irre Menge Fruchtwasser“, die eine Elefantenkuh bei der Geburt verliert, war das jedoch eine rutschige Angelegenheit – vor allem für die Kleinen. Seit einiger Zeit streuen Zoos Sand, um den Stand zu verbessern. In der neuen Elefanten-Anlage wird es zwei Boxen mit Sandböden geben. Denn die Herde soll wachsen. Zunächst um zwei Kühe und einen Bullen, die aus anderen Zoos kommen. Für die alten Damen wird das eine Umgewöhnung: Sie sind seit 30 Jahren zusammen und lieben, wie jeder Elefant, Routine.

Künftig nicht mehr angekettet

Mit dem neuen Äußeren verändert sich auch das Pflegekonzept für die Elefanten: Es wird den so genannten geschützten Kontakt geben. Bisher sind die Dickhäuter angekettet, die Pfleger arbeiten an den Tieren – und damit auch in Reichweite des Rüssels. „Und der ist etwa doppelt so schwer wie ein Pfleger.“ Künftig wird es für beide Seiten einfacher, sagt der Direktor. Dann sind die Elefanten nicht mehr angekettet, sondern durch eine Gitterwand von ihren Pflegern getrennt. Sollte beispielsweise Blut abgenommen werden müssen, wird eine Klappe in Kopfhöhe geöffnet, an die sich die Tiere stellen. „Das muss dann antrainiert werden.“

Trotzdem ist auch dann noch höchste Vorsicht angesagt. Elefanten sind sehr gefährlich. Das müssen auch die jährlich rund 250 Praktikanten des Zoos lernen. Viele haben eine falsche Vorstellung von Elefanten, sie sind eben die „Benjamin-Blümchen-Generation“, sagt Kauffels.

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