Die drei Kandidaten nehmen Stellung

Bad Homburg hat die Oberbürgermeister-Wahl

+

Bad Homburg – Am Sonntag, 14. Juni, haben die Bad Homburger die Wahl. Drei Kandidaten kämpfen um den Posten als neuer Rathaus-Chef. Von Dirk Beutel

Bad Homburgs Amtsinhaber Michael Korwisi tritt wieder an.

Amtsinhaber Michael Korwisi (Unabhängig/Grüne) geht selbstbewusst ins Rennen, führt an, dass der städtische Haushalt stabil sei, die Finanzen geordnet. Deshalb habe er auch die Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt.
Hunderte Arbeitsplätze seien in den vergangenen vier Jahren neu geschaffen worden. So siedelten sich mit den Firmen Dimension Data und Glenair zwei große Firmen in der Stadt an. Daher sehe der Amtsinhaber auch keinen Grund, am Hebesatz der Gewerbesteuer zu drehen: „Bad Homburgs Wirtschaft boomt, die Stadt ist schuldenfrei, es herrscht Vollbeschäftigung, es wird investiert, und neue Arbeitsplätze entstehen.“

Weiter in die Infrastruktur investieren

CDU-Herausforderer Alexander Hetjes.

Wirtschaftsförderung steht auch im Fokus von Bad Homburgs Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD), der bereits 2009 gegen Korwisi antrat.  Er sieht den städtischen Haushalt allerdings in Gefahr: „Herrn Korwisis Politik, mehr auszugeben als man einnimmt, ist an seinem Haushaltsentwurf 2015 bis 2018 deutlich abzulesen.
Jedes Jahr würde er 15 Millionen Euro mehr ausgeben als einnehmen und damit innerhalb von zwei Jahren die letzten Reserven aufbrauchen und danach in eine echte Verschuldung gehen.“Mit ihm werde es keine Steuererhöhungen geben, verspricht Krug. Im Gegenzug kündigte er eine Überprüfung der Ausgaben an: „Ich möchte meinen Konsolidierungskurs, der mit meiner Entmachtung als Stadtkämmerer durch Herrn Korwisi beendet wurde, fortsetzen.“ Dazu komme, da sind sich beide Kandidaten einig, weiter in Infrastrukturprojekte investiert werden. Sowohl Korwisi als auch Krug nennen die Verlängerung der U2 von der derzeitigen Endhaltestelle in Gonzenheim zum Bahnhof über den Frankfurter Hauptbahnhof bis zum Frankfurter Flughafen. Dazu gehöre auch der Ausbau der Kinderbetreuung als Grundvorrausetzung für einen Wirtschaftsstandort. Gerade bei der Hortbetreuung sehe Krug Nachholbedarf ebenso wie beim Angebot von Wohnraum. Korwisi kontert: „Seit ich Oberbürgermeister bin, stellt die Stadt ausreichend Kita-Betreuungsplätze bereit und baut modernen und preisgünstigen Wohnraum.“

Sparpotenzial ausloten

Bad Homburgs Bürgermeister Karl Heinz Krug.

Was die Finanzlage angeht, so hat Herausforderer Alexander Hetjes (CDU) eine klare Position: „Bad Homburg hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem.
Die derzeitige von Aktionismus bestimmte Stadtentwicklung kommt uns teuer zu stehen“, sagt er und kritisiert gezielt die Finanzpolitik des bisherigen Oberbürgermeisters: „Die Verbindlichkeiten der Stadt haben sich in den vergangenen sechs Jahren verzwölffacht und zwar von 6,8 auf über 82 Millionen Euro. Wenn Herr Korwisi weiterregiert wird die Stadt im Jahr 2018 real mit über 30 Millionen verschuldet sein.“ Steuererhöhungen werde es auch mit ihm nicht geben, er wolle die Ausgaben auf den Prüfstand stellen, um Sparmöglichkeiten auszuloten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare