Treffen am 14. März

Oberurseler Pfadfinder suchen Gruppenleiter

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Geselligkeit ohne Leistungsdruck ist den DPSG-Pfadfindern besonders wichtig. Foto:

Oberursel – „Gegen den Strom gehen statt mitlaufen“ steht auf dem Flyer. Dazu ein Foto eines Mannes, der forschen Schrittes durch einen Bach schreitet. Es ist ein Hilferuf der katholischen Pfadfinderstämme St. Hedwig und St. Sebastian aus Oberursel. Sie suchen Gruppenleiter. Von Norman Körtge

Wölfling, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Rover – Jörg Friedrichowitsch hat alle Altersstufen bei der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg ( DPSG ) in Oberursel durchlaufen. Der heute 40-Jährige blickt auf diese Zeit dankbar zurück: Auf die Erfahrungen, die er in jungen Jahren sammeln konnte. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das Hiken am Bodensee. „Wir wussten morgens nicht, wo wir abends übernachten“, erzählt er begeistert aus seiner Jugend. Für Friedrichowitsch war es nahezu zwangsläufig, dass er selbst Verantwortung für eine Pfadfindergruppen übernehmen wird.

Nur noch zwei Gruppenleiter

Doch Menschen wie er sind in Oberursel selten geworden. Bei den Stämmen St. Hedwig und St. Sebastian gibt es mit ihm und Fabienne Goeke derzeit nur zwei Gruppenleiter. Zusammen leiten sie die Pfadfindergruppe für 13- bis 16-Jährige. Die anderen Altersgruppen können trotz Nachfrage wegen fehlender Leiter nicht besetzt werden. Deshalb hat der Freundes- und Förderkreis um Dirk Hohmann eine Werbekampagne mit Flyern, Plakaten und persönlichen Briefen gestartet, um Leute zwischen 17- und 35 Jahren anzusprechen, die etwas bewegen und Vorbild sein wollen.

Gruppenleiter Jörg Friedrichowitsch  mit seiner Kluft.

Es ist genau diese Wertevermittlung, die Friedrichowitsch auch an seiner Aufgabe reizt. Nach dem Prinzip, die Welt ein bisschen besser zu verlassen als man sie vorgefunden hat, ist es für ihn und seine Pfadfinder zum Beispiel egal, wer Müll irgendwo fallen gelassen hat. „Er wird aufgehoben ohne nach den Verursacher zu fragen“, erklärt er. Neben der Vorbildfunktion muss Friedrichowitsch aber auch immer wieder mit Vorurteilen aufräumen: „Wir trainieren nicht ständig das Überleben im Wald und wir essen auch keine Würmer“, sagt er. Vielmehr stehe in den wöchentlichen Gruppenstunden das Gemeinschaftserlebnis ohne Leistungsdruck im Vordergrund. Es gehe nicht wie etwa im Sport darum, besser zu sein.

Gegenpol zum Freizeitstress

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„Pfadfindersein ist ein Gegenpol zum Freizeitstress“, bringt es Karin Heckle, DPSG-Bildungsreferentin der Diozöse Limburg, auf den Punkt. Wer komme beim Blick ins Lagerfeuer nicht zur Ruhe, fragt sie. Zwar sei es wie bei Musik- und Sportvereinen schwerer geworden, Ehrenamtliche für Leitungsfunktionen zu gewinnen, aber von einer generellen Tendenz mag sie bei den Pfadfindern nicht ausgehen. In Städten mit Universitäten und Fachhochschulen gebe es weniger Probleme Gruppenleiter zu finden. „Wer Pfadfinder war und zum Studium wegzieht, der sucht dort wieder Kontakt zur Pfadfinderschaft und übernimmt auch Verantwortung“, weiß Heckle zu berichten.

Info-Treffen am 14. März

Wer gerne Gruppen bei den Stämmen in Oberursel betreuen möchte, ist eingeladen zu einem Informationstreffen am Donnerstag, 14. März, um 19 Uhr in das alte Pfarrhaus, Am Borkenberg 19. Infos gibt’s auch unter Telefon (01577) 5758455. Anfragen per E-Mail an neue-leiter@dpsg-oberusel.de.

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