Hessische Schwimmlehrer müssen Rettungskurse ablegen

Wenige Deutsche können schwimmen

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DLRG stellt fest, dass die Deutschen weniger schwimmen. Zum Teil auch wegen Mangel an Bädern.

Wiesbaden - Viele Hallen- und Freibäder geraten angesichts der kommunalen Finanznot in Schwierigkeiten oder müssen schließen. Das bedroht nach Einschätzung der DLRG die Schwimmfähigkeit der Deutschen.

„Weniger Bäder bedeutet auch weniger Ausbildung zum Schwimmen“, sagt der Ehrenpräsident der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Klaus Wilkens, der Nachrichtenagentur dpa. In Wiesbaden stand das Thema auf einer Expertentagung am Donnerstag auf Initiative der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft auf dem Programm.

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Am Ende der vierten Klasse erreichen Wilkens zufolge derzeit bundesweit gerade 50 Prozent der Schüler das Freischwimmerabzeichen. Ende der 1980er Jahre seien es noch mehr als 90 Prozent gewesen. Nach Recherchen der DLRG sind seit 2007 in Deutschland fast 300 Bäder geschlossen worden, mehr als 500 sind derzeit vom Aus bedroht. Die Umwandlung in Freizeit- und Funbäder hält Wilkens für keine Lösung, da man dort keinen Sport treiben und das Schwimmen Menschen nicht beibringen könne.

Der EXTRA TIPP hat im vergangenen Sommer Hessens DLRG-Vorsitzenden Thorsten Reus und weitere Fachleute rund um das Schwimmen befragt.

Änderung für hessische Schwimmlehrer

Schwimmlehrer in Hessen müssen jetzt regelmäßig nachweisen, dass sie im Notfall Kinder retten können. Eine Anweisung des Kultusministeriums sieht vor, dass die Lehrer alle fünf Jahre ihre „Rettungsfähigkeit“ unter Beweis stellen. „Früher sollte man sich fortbilden, daraus ist jetzt ein Muss geworden“, sagte der hessische DLRG-Vorsitzende Thorsten Reus auf der Experten-Tagung in Wiesbaden. Er begrüßte die Änderung ausdrücklich.

Verschiedene Gründe für Unterrichtsausfall

Reus zufolge müssen Schwimmlehrer das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze haben. Um die Verordnung schnell umzusetzen, biete der DLRG Lehrern Schulungen an. Damit solle verhindert werden, dass Schwimmunterricht in Hessen ausfällt.

Das Kultusministerium bestätigte zwar, dass Schwimmunterricht an einigen Schulen ausfalle. Allerdings liege das meist an maroden Bädern, die wegen Sanierungsarbeiten geschlossen sind, sagte ein Sprecher.

dpa

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