Festwirt im Interview

Junges Publikum glüht vor

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Der doppelte Eddy: Festwirt Eddy Hausmann am Steuer und als Markenzeichen der Festhalle Hausmann. 

Dippemess-Festwirt Eddy Hausmann erzählt im Interview, warum Alkohol während der Arbeit tabu ist und er auf die Kreativität seines Sohnes Patrick setzt. Von Norman Körtge

Herr Hausmann, wie wird man eigentlich Festwirt?

Das hat einen ganz einfachen Grund. Es liegt in der Familie. Wir sind schon in der vierten Generation Schausteller. Mein Vater hat sich in den siebziger Jahren noch die Zelte geliehen bis er der Meinung war, dass das Ausleihen weiter nichts bringt. 1984 haben wir dann unser erstes großes Zelt gekauft. 1500 Quadratmeter groß für bis zu 2500 Menschen.

1986 waren Sie nach einem Bewerbungsverfahren erstmals Festwirt auf der Dippemess. 2008 endete zunächst die Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt. Warum?

Es ging im Allgemeinen um den Wohlfühlfaktor auf der Dippemess.

Aber darüber mag ich keine Worte mehr verlieren. Ich bin ein Mensch, der in die Zukunft blickt und nicht zurück. Deshalb haben wir dann 2009 das Frankfurter Oktoberfest ins Leben gerufen.

In diesem Jahr findet das Oktoberfest zum fünften Mal statt und ist so populär, dass fast alle Veranstaltungen ausverkauft sind. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Die Leute feiern einfach gerne. Auch im Zelt. Der Rahmen muss aber auch passen. Mit dem Oktoberfest haben wir genau das geschafft. Es ist an einigen Abenden ein Opernball in Trachtenform. Da versucht jeder den anderen beim Dirndl und der Lederhosen zu übertrumpfen. Wie in München. Es macht einfach großen Spaß – und der Gästezuspruch gibt uns recht.

Das haben auch andere gemerkt. Seit 2012 sind sie wieder Festwirt auf der Dippemess. Wie kam das zustande?

Es gab die Anfrage. Und dann habe ich mich mit meinen Söhnen Patrick und Dennis zusammengesetzt. Alleine wollte ich das nicht entscheiden. Ich bin jetzt 63 und muss langsam daran denken, dass die nächste Generation übernimmt. Wie bereits gesagt: Ich bin ein Mensch, der in die Zukunft blickt. Deshalb sind wir auch wieder auf der Dippemess. Die Dippemess ist für uns ein Stück Heimat.

Was hat sich denn im Laufe der Jahre in den Festzelten geändert?

In den Festzelten auf den Volksfesten hat sich viel verändert. Das Publikum, vor allem an den Wochenenden, hat sich verjüngt. Ich würde sagen, es ist im Schnitt so um die 25 Jahre.

Und der Alkoholkonsum?

Die Jugend ‘glüht’ zu Hause vor. Viele haben sich schon vorher auf Temperatur gebracht, um lockerer zu sein. Das schmälert auf der einen Seite den Umsatz. Und leider steigt die Aggressivität. Ich muss mehr in Sicherheitsleute investieren.

Wird man als Festwirt nicht schnell zum Trinker?

Alkohol während der Arbeit gibt es bei mir nicht. Das ist unprofessionell. Als Festwirt kann ich nicht mit einer Bierfahne herumlaufen, da muss ich funktionieren. Ich bleibe da bei meiner Apfelsaftschorle oder der Cola. Auch wenn ich dafür manchmal belächelt werde. Es gibt viele Wirte, die sind an ihrem eigenen Alkohol gescheitert.

Was ist das optimale Wetter für einen Festwirt?

20 bis 23 Grad und trocken. Aber das Wetter bekommen wir nie. Auf der Frühjahrsdippemess hat es geschneit, auf dem Erbacher Wiesenmarkt waren es über 35 Grad. Aber so ist halt unser Geschäft.

Ein Volksfest jagt das nächste. Wann machen sie eigentlich Urlaub?

Ab dem 23. Dezember zirka drei Wochen am Stück. Dann ist der Frankfurter Weihnachtsmarkt vorbei und ich lege die Beine hoch. Ab dem 15. Januar geht es wieder mit Planung los, Künstler müssen für die Bühnenprogramme verpflichtet werden und so weiter.

Und wie schalten Sie zwischendrin mal ab?

Auf dem Sportplatz. Zum Beispiel bei meinem Heimatverein RW Walldorf. Dort habe ich in der Hessenliga gespielt, war auch lange im Vorstand. Fußballspiele schaue ich mir sehr gerne an. Auch die von meiner Frankfurter Eintracht, für die ich zwölf Jahre im Verwaltungsrat saß. Die Zeit zum Fußballschauen nehme ich mir auch. Bei der Eröffnung des Vilbeler Marktes war ich nicht im Zelt, sondern beim Spiel Frankfurt gegen München.

Wann werden Sie nur noch Gast in der Festhalle Hausmann sein?

Zwei oder drei Jahre möchte ich schon noch aktiv arbeiten und meinen Söhnen Patrick und Dennis die notwendigen Erfahrungen sammeln lassen. Ich bin immer wieder über ihre Ideen und ihre Kreativität überrascht. Zum Beispiel mich als Markenzeichen zu etablieren.

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