13 Schulen bei "Frankfurt schreibt" 

Diktat-Wettbewerb: Zwei Frankfurterinnen im Finale

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Roland Kaehlbrandt im Gespräch mit Julia Mikus – sie siegte in der Kategorie „Lehrer“.

Frankfurt – Etwa 140 Rechtschreib-Asse – Oberstufenschüler aus 13 Frankfurter Schulen, Lehrer und Eltern – hatten sich in der Aula der Schillerschule zum großen Diktatwettbewerb eingefunden. Prominente Gäste waren Moderatorin Bärbel Schäfer und Wettermann Tim Frühling.

Marita Peter, Drittplatzierte in der Kategorie Schüler beim Frankfurt-Finale 2014 am vergangenen Donnerstagabend, führte durch den Abend. Ganz dem Veranstaltungsort angemessen begrüßte Marius Drafz, Lehrer an der Schillerschule, mit einem Schiller-Zitat aus „Wallensteins Lager“ die Gäste: „Heisa, juchheia! Dudeldumdei! Das geht ja hoch her. Bin auch dabei!“

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Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und Initiator des seit 2011/12 stattfindenden Rechtschreibwettbewerbs, erläuterte, dass die Idee ursprünglich aus Frankreich stamme. „Aber dass der Vergleich in drei Kategorien durchgeführt wird ist unsere Erfindung“, fügte er an. Kurz wurde über Video in die Partnerstädte Osnabrück und Hamburg geschaltet – dort fand zeitgleich ebenfalls ein Diktatwettbewerb statt.

Dann kam Brigitte Bergmann, Gewinnerin der Kategorie Lehrer beim Landesfinale 2013 auf die Bühne – es wurde ernst. Der knapp 200 Wörter lange Text hatte es in sich: Da war von „Authentisch-Historischem“, von „Nigelnagelneuem“, von „Koryphäen“ und „Amethysten“ die Rede. Und das Wort „Tinnef“ – Kram, Plunder, Trödel also – war den meisten jungen Teilnehmern wohl eher unbekannt. Selbst Tim Frühling bezeichnete es als „Altherrenwort“. Ungewohnt sicher auch Farad, die Bezeichnung der elektrischen Maßeinheit für die Kapazität, benannt nach dem Physiker Michael Faraday.

Finale am 5. Mai

Nach Ende des Diktats blieben noch drei Minuten – es wurde korrigiert, gestrichen, übermalt, gezweifelt, geseufzt. Dann sammelten Helfer alle orangefarbenen Filzstifte ein und tauschten sie gegen blaue aus: Die Korrektur begann, auf der Leinwand erschien der richtig geschriebene Text. Ein großes Weh und Ach ging durch die Aula. Jeweils etwa die besten zehn jeder Kategorie gaben ihre Diktate ab. Die wurden nochmals von einer 18-köpfigen Jury geprüft. Das dauerte eine Weile, Slam-Poet Philipp Herold verkürzte mit wortakrobatischen Gedichten die Zeit.

Endlich standen die Gewinner fest: Bei den Schülern gab es zwei erste Plätze: Anna Becker und Sarah Kono, beide besuchen die Freie Christliche Schule. Beste Lehrerin war Julia Mikus von der Schillerschule, bei den Eltern überzeugte IT-Architektin Regina Klimmek – mit nur zwei Fehlern erreichte sie auch die absolute Spitze aller bisherigen Wettbewerbe. Am 5. Mai treffen die Frankfurter Sieger auf die besten Teams aus Hessen sowie auf die Sieger aus Osnabrück und Hamburg.

jf

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