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Digitale Sammlung des Frankfurter Städel Museums geht online

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Wenige Klicks genügen und Besucher können online durch die Sammlungen des Museums stöbern.

Frankfurt - Die Welt der Kunst ist nur wenige Klicks entfernt: Das Städel Museum bietet mit seiner neuen digitalen Sammlung Hintergrundinformationen zu 600 Kunstwerken. Einen Besuch soll das Angebot aber nicht ersetzen.

Das Städel am Frankfurter Schaumainkai, erste bürgerliche Kunststiftung in Deutschland, hat einen Ruf, der weit über die Landesgrenzen hinausreicht. „Der 15. März 1815, als Johann Friedrich Städel sein Testament unterzeichnete und damit die Grundlage für das Kunstinstitut schuf, war ein wichtiger Tag. Die Tragweite dieses Dokuments wurde damals noch gar nicht erfasst“, erklärte Kulturdezernent Felix Semmelroth zur Präsentation der „Digitalen Sammlung“. Nun feiert das Städel seinen 200. Gründungstag, öffnet am 15. März um zehn Uhr und lädt alle Interessierten kostenfrei zu einem zehnstündigen Bürgerfest ein. Doch im Jubiläumsjahr gibt es noch weitere Überraschungen. „Das Städel hat sich immer auch als Bildungsinstitut gesehen. Die ‚Digitale Sammlung’ bietet auf diesem Feld ungeheure Möglichkeiten“, erläuterte der Stadtrat.

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„Nach Eröffnung der Gartenhallen im Februar 2012 haben wir mit der ‚Digitalen Sammlung’ begonnen“, sagte Städeldirektor Max Hollein. „Das Städel hat die Aufgabe der Vermittlung, die weit über den Zaun des Museums hinausreicht. Mit der ‚Digitalen Sammlung’ vergrößern wir unsere Ausstrahlung und erreichen neue Zielgruppen.“

Die „Digitale Sammlung“ ist ein einzigartiges Großprojekt. In der nun vorgestellten ersten Version sind 600 Werke – die wichtigsten im Städel – zu finden. Und dazu sämtliche Bezüge wie selbstverständlich alle Basisinformationen, also Titel, Künstler, Material und Technik sowie Größe. Darüber hinaus lassen sich Querverbindungen zu weiteren Werken des Künstlers, zu ähnlichen Motiven, zur Stilrichtung, zu Audio- und Videoaufnahmen ziehen. Nutzer gelangen sowohl auf vertikalen als auch horizontalen Ebenen zu vielen weiteren Informationen.

„Die ‚Digitale Sammlung’ ist kein Ersatz für einen Museumsbesuch. Wir wollen damit auch keine virtuelle Museumswelt nachbauen. Sie ist ein kostenloses, zusätzliches Angebot und dient der strategischen Ausrichtung“, unterstrich Hollein.

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, die maßgeblich an der Entwicklung der „Digitalen Sammlung“ beteiligt ist, verglich die Möglichkeiten der Digitalisierung mit denen der Elektrizität. „Durch die Digitalisierung sind wir global erreichbar, ist ein exponentielles Wachstum der Nutzer möglich. Deshalb ist es wichtig, in vorderster Reihe mit dabei zu sein. Wir sind unglaublich stolz, bei diesem weltweit einzigartigen Projekt mitgewirkt zu haben.“ Das Projekt ist eine interdisziplinäre Arbeit mehrerer Partner.

1.500 Werke bis Jahresende

Weit über 100 Felder gibt es zu jedem Werk der „Digitalen Sammlung“, etwa zwölf Stunden durchschnittlich dauerte die Bearbeitung eines Werkes. „Damit kann sich der Besucher vorab gründlich informieren, Werke im Kontext erkennen, seine eigene Lebensrealität mit Bildinhalten verknüpfen. Der Besucher der ‚Digitalen Sammlung’ wird mehr finden, als er suchte. Inspiration jedoch wird ihm nur der Anblick des Originals bieten“, schilderte Projektmitarbeiterin Chantal Eschenfelder. Bis zum Jahresende soll die „Digitale Sammlung“ 1 500 Werke enthalten. Die Aufnahme aller 120 000 Objekte, die das Städel besitzt, ist nicht vorgesehen. Vorgesehen ist allerdings die Beteiligung der Nutzer – ihre Bewertungen und Vorschläge werden gerne entgegengenommen.

Der Schutz persönlicher Daten ist gesichert: Die Plattform zeichnet zwar den Weg der (anonymen) Nutzer nach, speichert jedoch nicht ihre Daten. „Das Projekt ist ein digitaler Frühjahrsputz im Städel“, verdeutlichte Albrecht Sensch, Koordinator der Exponate-Plattform. Auf der Internetseite www.digitalesammlung.staedelmuseum.de ist das Schlendern durch das Kunstinstitut ab 15. März für alle per Computer oder Tablet möglich. Eine englische Version wird folgen.

jf

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