Kommunalwahl 2016

AfD Dietzenbach bei 14,7 Prozent:„Flüchtlinge sind Belastung“

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Region Rhein-Main – Es war zu erwarten und schockiert die Bürger doch: Die Hessen haben die AfD nach CDU und SPD mit 11,9 Prozent als drittstärkste Partei gewählt. In Dietzenbach erreichte sie 14,7 Prozent. Spitzenkandidat Heinrich Eckert fordert jetzt Daten und Fakten. Von Janine Drusche

Spitzenkandidat der AfD in Dietzenbach: Heinrich Eckert.

Immer mehr Menschen halten sich an rechtskonservative Parteien. Das ist das Ergebnis der Kommunal-Wahlen in Hessen vom 6. März. Besonders Dietzenbach stellt sich als AfD-Hochburg im Landkreis Offenbach heraus. 14,7 Prozent der Bürger gaben ihre Stimme der „Alternative für Deutschland“. Bei den ersten Auszählungen lagen die Wahlergebnisse der AfD noch bedeutend höher. Letztlich liegt die Partei bei der hessischen Kommunalwahl als drittstärkste Partei mit 11,9 Prozent direkt hinter CDU, 28,9 Prozent, und SPD, 28,5 Prozent. Dietzenbachs AfD-Spitzenkandidat Heinrich Eckert sieht die Verzweiflung der Deutschen in der momentanen Lage als Grund für das gute Abschneiden seiner Partei. „Der Staat ändert gerade alles in rapider Geschwindigkeit. Die, die nicht zuständig sind, müssen sich um die Neubürger kümmern. Die finanziellen Mittel werden den Bürgern abgezweigt, und die Verantwortlichen tauchen ab. Das wollen wir ändern.“

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Die Gesinnung der AfD ist umstritten. Als Rechte werden die Politiker gehandelt, aber Eckert sagt: „Wir sind in vielen Punkten einer Meinung mit Sarah Wagenknecht. Die, die ich von der AfD kenne, sind nicht rechtsradikal.“ Dass ein Parteimitglied rechtsradikal sei, könne er aber nicht ausschließen. „Es geht nicht darum, ob jemand rechts ist, sondern darum, Probleme zu lösen.“ Eines davon ist das „Ghetto“ im Spessartviertel. Da spiele auch die Flüchtlingsproblematik mit hinein. „Amerika setzt Nordafrika in Brand, da geht nichts mehr, und wir haben jetzt die Flüchtlinge. Was hat das mit Demokratie zu tun?“, fragt Eckert. So funktioniere keine Integration. „Deutschland hätte früher handeln sollen“, fordert der AfD-Politiker. „Aber Politik ist wie ein Herzinfarkt, alles kommt plötzlich und unerwartet. Dabei hat sich die Flüchtlingswelle schon seit fünf Jahren angekündigt. Da hätte man schon aktiv werden können“, sagt Eckert.

Keine Lösung für Spessartring

Für den Spessartring hat er keine Lösung parat. „Man kann die Welt nicht einrahmen und aufhängen. Wandel gibt es, aber die Geschwindigkeit und das Ausmaß können wir bestimmen“, sagt Eckert. Er wolle nichts versprechen. „Wir werden Anträge einbringen und darauf hoffen, dass sich uns andere anschließen“, sagt er. Das Hauptziel sei Schadensbegrenzung zu betreiben. Der Haushalt der Stadt könne nur unter Kontrolle gebracht werden, wenn Zahlen und Fakten auf den Tisch gelegt würden. Der finanzielle Ausgleich dürfe nicht zu Lasten der Bürger gehen.

„Flüchtlinge sind eine zusätzliche finanzielle Belastung, die das Land uns zu 100 Prozent ersetzen müsste. Wir Bürger haben die Situation nicht verursacht, dass wir kurz vor dem Staatsbankrott stehen.“ Dietzenbach drohe sowieso der Konkurs. Um es zu retten, müssten Firmen oder Privatmänner ihr Hab versteigern. „Auch ein staatlicher Fond könnte die Lösung sein“, sagt der Politiker. Heftigen Gegenwind bekomme die AfD, weil sie ausspräche, was andere Politiker nicht tun, da sie sich nicht unbeliebt machen wollten. „Uns wird immer vorgehalten, dass wir in fünf Jahren weg vom Fenster sind: Wenn unsere Probleme da gelöst sind, gut.“

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Janine Drusche

Janine Drusche

E-Mail:janine.drusche@extratipp.com

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