Dieser Sommer hat auch seine Gewinner

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Das Experiminta-Museum in Frankfurt profitiert vom durchwachsenen Sommer.

Region Rhein-Main – Graue Wolken, viel Regen, kaum Sonne. Das ist das Bild vom bisherigen Sommer. Frust macht sich unter den Sonnenanbetern und Wasserratten in der Region breit. Aber es gibt auch Profiteure des Regen-Wetters. Der EXTRA TIPP zeigt die Verlierer und Gewinner der trüben Tage. Von Silke Gottaut

Die Kletterwand im Dietzenbacher Schwimmbad wurde bislang nur wenig genutzt. Foto: lfp

Freibäder und Erlebnisbäder:Ein großer Verlust“, sagt Brigitte Tilly, Geschäftsbereichsleiterin von den Bäder-Betrieben Frankfurt: „Wir bekommen den schlechten Sommer sehr stark zu spüren.“ Der letzte Sommer war von den Besucherzahlen her das schlechteste Jahr seit 27 Jahren. Dieses Jahr sind es nochmal fast 30 Prozent weniger an Besuchern. „Bis jetzt fehlen wieder etwa 180.000 Euro Einnahmen im Vergleich zum letzten Jahr.“ Zwar gehen die Leute deswegen vermehrt in Hallen- und Erlebnisbäder, doch das gleiche den Verlust der Freibad-Saison nicht aus, sagt Tilly. In den sieben Freibädern, die den Bäder-Betrieben Frankfurt angehören, waren bis jetzt 191. 854 Badegäste. Im Vergleich zum Vorjahr waren es bis zum selben Stichtag fast 72.000 mehr. Tilly träumt wieder von einem Sommer wie 2003. Da haben sie den eine Millionsten Besucher küren können.

Auch in anderen Freibädern bleiben die Liegewiesen leer. „Wir hatten bis jetzt 4000 Besucher weniger, als vergangenen Juli“, sagt Susanne Silz, Betriebsleiterin des Waldschwimmbades in Dietzenbach. „Der Juni sah auch nicht besser aus. Da waren es sogar 7000 Besucher weniger und damit der dritt-schlechteste seit 2001.“ Bei schlechtem Wetter kommen zirka 100 Leute am Tag, anstatt 2000 bei Sonnenschein. Das sind dann Rentner oder Berufstätige, die egal bei welchem Wetter ihre Bahnen schwimmen. Silz hofft auf den August.

Die Erlebnisbäder freuen sich dagegen über den vielen Regen: „Es sind auf jeden Fall mehr Gäste da, als wenn draußen die Sonne scheinen würde“, berichtet Niko Seiche, Assistent der Betriebsleitung der Rhein-Main-Therme in Hofheim. Auch im Monte Mare in Obertshausen ist das Bad gut besucht, bestätigt Jana Luttuschka. Das Seedammbad in Bad Homburg bietet Badespaß für Regen und Sonne: „Da wir über einen großen Innen- und Außenbereich verfügen, eignet sich unser Bad bei solch einem unbeständigen Wetter gut“, sagt Karin Lotze, stellvertretende Leiterin des Erlebnisbades.

Museen: Wer nicht ins Freibad gehen kann, geht gerne mal mit seinen Kindern in ein Museum. Darüber freut sich auch das Experiminta Frankfurt. „Wir haben deutlich mehr Besucher, vor allem viele Familien, als in einem guten Sommer“, sagt Betreuer Michael Brüssler. Gleichermaßen freut sich auch Judith Jördens vom Frankfurter Senckenbergmuseum: „Der schlechte Sommer bringt uns mehr Besucher. Auch schon letztes Jahr hatten wir um diese Zeit sehr viele Besucher“.

Zoos: Für die Zoos ist das Sommer-Wetter bis jetzt eigentlich perfekt. „Zu heiß wäre nicht gut für einen Zoo-Besuch“, erklärt Pressesprecherin Christine Kurrle vom Frankfurter Zoo. „Dann gehen die Leute lieber ins Schwimmbad.“ Jedoch verzeichnet der Zoo im ersten Halbjahr dieses Jahres einen leichten Rückgang. „Das ist aber normal, bei den Wetterschwankungen.“ Da viele Tiere auch in einem überdachten Teil sind, können die Besucher sich bei Regen dort aufhalten und die Tiere bestaunen. Im Opel-Zoo in Kronberg gibt es dagegen wenig überdachte Tierhäuser. „Da ständig Regen angekündigt wird, bleiben viele Besucher gleich zu Hause“, berichtet der stellvertretende Zoo-Direktor Martin Becker. „Deswegen sind die Besucherzahlen etwas schlechter, als im Vorjahr.“ Aber auch er bestätigt, dass das bisherige Wetter echtes „Zoo-Wetter“ ist. „Am Mittwoch, als es mal nicht regnete, war der Zoo knacke voll.“

Kinos: Wer sich besonders über die regnerischen Tage freut, sind die Kino-Betreiber. „Der verregnete Sommer, Ferien und starke Filme wie Ice Age 4 sorgen dafür, dass wir auch im Juli viele Besucher empfangen können. Wir erhoffen uns aber noch Großes, da die Blockbuster-Saison bald startet“, freut sich Oliver Fock, Cinestar-Geschäftsführer in Frankfurt. „Im Vergleich zum Vorjahr ist es allerdings ungefähr gleich geblieben, da auch der vergangene Juli außerordentlich verregnet war.“

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