Kein böses Erwachen

Jetzt clever Heizkosten sparen!

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Frankfurt – Noch ist es sehr mild für die Jahreszeit. Aber die klirrende Kälte wird schon noch früh genug kommen. Damit´s später keinen Schock bei der Heizrechnung gibt, zeigt der EXTRA TIPP, worauf man achten sollte. Von Oliver Haas

Peter Paul Thoma, Obermeister der Innung für Sanitär- Heizungs- Lüftungs- und Klimatechnik in Frankfurt weiß, welche größten Fehler die Heizkosten unnötig in die Höhe schießen lassen: „Im Winter sollten keine Gardinen oder Vorhänge über den Heizkörper oder das Thermostatventil gehängt und auch nicht das Sofa direkt vor den Heizkörper gestellt werden. Sonst kann die Strahlung nicht in den Raum gelangen und das Thermostat geht von falschen Raumtemperaturen aus“, so Thoma. Doch wie warm sollte es überhaupt in den Räumen sein? „Die Wohlfühltemperatur ist individuell anders und tätigkeitsabhängig. Hinzu kommt die Qualität der Dämmung der Außenwände und der Fenster. Bei modernen hochgedämmten Gebäuden sind 20 Grad ausreichend bei sitzender Tätigkeit. Im Altbau mit Zugluft sind 22 bis 24 Grad erforderlich“, sagt Thoma. Für eine Wohnung im Altbau hat der Experte zudem den Tipp, sich einfach etwas wärmer anzuziehen, denn je ein Grad Celsius weniger könnten bis zu fünf Prozent Energiekosten sparen.

Räume sollen nicht komplett auskühlen

Aber man sollte auch nicht am falschen Ende sparen: „Die Räume dürfen niemals komplett auskühlen. Bei Abwesenheit sollte man die Temperatur maximal auf 18 Grad Celsius absenken. Vor allem beim Altbau kann sich ohne Dämmung bei zu großer Abkühlung und mangelnder Lüftung schnell an den kalten Stellen der Außenwand insbesondere in Ecken und Fensterstürze Schimmel bilden.“ Eine weitere Kostenfalle kann vermieden werden, wenn der Heizkörper bei Bedarf nicht richtig entlüftet wird. Denn: „Luft kann mehr als vier Mal schlechter Wärme übertragen und sie ist nicht geeignet den Heizkörper zu erwärmen. Wenn Luft im Heizkörper ist, dann muss sie raus.“ Das solle aber am besten aber von einem Fachmann erledigt werden.

Thermostatventil austauschen

Ebenso wenn das Thermostatventil älter als 30 Jahre alt ist, könne sich dies unangenehm auf die Heizkosten auswirken. „Wenn die Ventile so alt sind, dann wirken sie nicht mehr so gut und man sollte über den Einbau neuer voreinstellbarer Ventile mit hydraulischem Abgleich und einer angepassten automatischen Heizungsumwälzpumpe nachdenken. Dies kann bis zu 80 Prozent des Stromverbrauches gegenüber der alten Pumpe verringern und spart Heizenergie, da nicht unnötig Wasser im Kreis gepumpt wird.“

Übrigens: Laut aktueller Studie gehören die Hessen zu den aktivsten Energiesparern Deutschlands. Demnach seien in 72,2 Prozent der hessischen Wohngebäude bereits Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen, wie die Erneuerung der Fenster oder Heizungsanlagen, die Dämmung der Wände oder des Dachs oder der Austausch der Thermostate an den Heizkörpern erfolgt Deutschlandweit beträgt der Durchschnitt nur 68 Prozent.

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