Hinter den Kulissen der Paten

Dieburger dreht Film über organisiertes Verbrechen

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Dreht einen Film über das organisierte Verbrechen in Deutschland und im Rhein-Main-Gebiet: Der Dieburger Felix Ecker (rechts).

Dieburg – Der Dieburger Felix Ecker dreht zwar selbst keine krummen Touren, demnächst aber einen Film über solche. Noch bis Ende März können sich männliche Darsteller aller Altersgruppen für eine Rolle bewerben. Von Jens Dörr 

Eigentlich verdient der 21-Jährige sein Geld als Fachinformatiker. Neben der Musik war der Film allerdings schon immer sein Ding. „Ich bin Autodidakt, habe irgendwann mal mit einer 400-Euro-Kamera angefangen“, blickt Ecker ein paar Jahre zurück. Damals rappte er sich auch mit eigenen, deutschen Texten durch die Region, kam über die Drehs zu seinem Musikvideos noch intensiver mit der Materie in Berührung. Künftig steht er in der Regel aber nicht vor, sondern hinter der Kamera. Seit einiger Zeit betreibt er in Nebentätigkeit ein Videoproduktionsunternehmen, erste Filme sind bereits im Youtube-Kanal „Inside Videodraft“ zu finden.

Neben Kurzfilmen dreht Ecker mit einem kleinen Team, zu dem bislang vor allem Freunde gehören, auch Auftragsarbeiten wie Musikvideos. Der Film, in dem auch EXTRA TIPP-Leser mitspielen können, wird sein bislang größtes Werk: 30 bis 40 Minuten lang soll die Geschichte über das organisierte Verbrechen in Deutschland und im Rhein-Main-Gebiet  werden.

Bahnhofsviertel als Drehort

„Ich habe mich sehr intensiv ins Thema eingelesen“, erzählt Ecker. Was man sich nicht immer bewusst mache: „Bestimmte Banden und Organisationen sind in Deutschland sehr aktiv.“ Das betreffe etwa die Machenschaften der italienischen Mafia in Frankfurt. Dort, genauer im Bahnhofsviertel, wird einer der Drehorte sein.

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Inhaltlich plant Ecker eine hintergründige Story, die er komplett selbst schreibt. „Es soll zwar actionreich zugehen und es wird auch Kunstblut fließen“, kündigt er an, ohne schon jedes Detail verraten zu wollen. Ihm komme es aber - wie einst auch in seiner Musik - darauf an, den Blick näher auf die Protagonisten zu richten, auf Opfer und Täter, klarzumachen, wie sie in ihre Lage geraten seien.

Nicht nur Drehbuch und Konzeption gehören derweil zu den Aufgaben, die momentan neben dem Beruf einen großen Teil der Zeit des Dieburgers einnehmen. Er organisiert die Crew, deutet Drehorte heraus - und sucht Sponsoren, etwa für Catering und Darstellergagen. Als Gegenleistung bietet er - auch kleinen Gönnern - etwa die Integration in den Abspann, DVD-Pakete und Komparsenrollen an.

Bereits 100 Bewerber

Die Haupt- und Nebenrollen sollen derweil - ausschließlich männliche - Hobby- oder Berufsschauspieler übernehmen, die der junge Filmemacher via Online-Casting auf der Videodraft-Facebook-Seite sucht. Zunächst erhalten die potenziellen Mitwirkenden ein Skript, senden anschließend das Video mit ihrer Darstellung zurück. 100 Schauspieler aus der ganzen Republik und jeden Alters - hier sei ein Mix ausdrücklich gewünscht, so Ecker - haben sich bereits für eine Rolle beworben. Das geht noch bis zum 31. März.

Für Nachfragen oder Interesse an dem Projekt, aus dem sich eventuell sogar eine Serie im Internet entwickeln soll, steht folgende E-Mail zur Verfügung: kontakt@videodraft.de.

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