Ein Fest für Motorsport-Fans

Dieburger Dreiecksrennen wird erneut wiederbelebt

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Besonders die Renngespanne im letzten Lauf werden in Dieburg wieder tausende Motorsport-Fans begeistern.

Dieburg  - In der Nachkriegszeit lockte das Dieburger Dreiecksrennen  70.000 Motorsport-Fans in die Stadt. Am Samstag wird der Klassiker zum dritten Mal neu aufgelegt. Von Jens Dörr

Im Dieburg der Nachkriegsjahre war es ein Garant für eine volle Stadt: Das „Dieburger Dreiecksrennen“, das von 1948 bis 1954 alljährlich Helden und Idole auf Motorrädern hervorbrachte. Initiator war damals der Darmstädter Geschäftsmann Gustav Petermann, heute 97 und noch immer fit. Ein Diavortrag Petermanns war es 2004 auch, der 50 Jahre nach dem letzten Dreiecksrennen einige Motorsport-Enthusiasten auf den Gedanken eines Revivals brachte.

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Nach 2005 und 2009 lebt die Legende in Dieburg am kommenden Samstag ein drittes Mal wieder auf. Macher sind ein Dutzend Personen, die sich um Rennleiter Rainer Wieshoff  scharen und das Event als „IG Dieburger Dreiecksrennen“ im Dieburger Automobil- und Motorradclub im ADAC veranstalten.

Motorräder flitzen ohne Wettbewerb

Kern des Revivals sind vier Demonstrationsläufe, die ab 14 Uhr auf der Originalstrecke der 40er- und 50er-Jahre mitten durch Dieburg und durch dessen östlichen Forst führen. Der Stadtkurs ist dabei wie einst 3,3 Kilometer lang, einzig leicht verändert durch sanierte und etwas veränderte Straßen. Bei den vier Läufen handelt es sich um Fahrten ohne Wettbewerbscharakter, aber dennoch mit dem ein oder anderen spektakulären Manöver in der Kurve. Um 14 Uhr düsen zunächst straßenzugelassene Motorräder bis Baujahr 1976 über den Asphalt. Dieses Rennen dauert wie alle nachfolgenden etwa 30 Minuten, in denen zehn Runden gefahren werden sollen. Im Pace Car  sitzt unter anderem der Dieburger Arzt Norbert Gottlieb, der als Kind begeistert zu den waghalsigen Fahrern aufschaute.

Nur ein Dieburger gewann das Rennen

Unter ihnen war auch Fritz Gullery, heute 87, einziger Dieburger, der jemals das Rennen vor der Haustür gewann. Gullery will in diesem Jahr trotz seines Alters erneut auf seine Moto Guzzi  steigen und einige Runden drehen: Mit dem Beiwagenmotorrad siegte er 1949, als die Bundesrepublik gerade die D-Mark eingeführt hatte. „Am liebsten möchte ich im Beiwagen eine junge Dame mitnehmen“, sagt Gullery. Der nochmals zehn Jahre ältere Petermann wird derweil als Zuschauer dabei sein und als Beifahrer auf einer Ehrenrunde auch auf der Strecke. Ab 14.45 Uhr kann er wie die erwarteten tausenden Zuschauer die Solo-Rennmaschinen der Baujahre 1956 bis 1976 bestaunen, ab 15.40 Uhr die Solo-Rennmaschinen bis Baujahr 1955 und abschließend die Renngespanne bis 1976. Dann richten sich die Augen auch auf Gullery und seine weibliche Begleitung. Bereits am Vormittag ab 10.30 Uhr haben die Motorsport-Fans in Dieburg zudem die Gelegenheit, nahe des Start- und Zielbereichs an der Mercedes-Benz-Niederlassung in der Altstadt im Fahrerlager zu kiebitzen und mit den Teilnehmern zu fachsimpeln. 250 Motorräder, davon 150 im ersten Lauf der für die Straße zugelassenen Maschinen, haben sich Wieshoff zufolge angemeldet. Der Eintritt beträgt drei Euro. Dafür gibt es einen Erinnerungs-Pin.

Fotograf bietet Kalender mit Raritäten an

Für Fans des Dreiecksrennens bietet der Fotograf Peter Haust  einen Kalender für das Jahr 2015 mit verschollen geglaubten Aufnahmen vom ersten Rennen im Jahr 1948 an. Der Zufall brachten den Dieburger auf die Spur der eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Bilder im Nachlass von Kurt Röhrig. Der Frankfurter Fotograf (1912 - 2007) hatte Fahrer, Maschinen und Zuschauer im Reportagestil mit seiner Leica festgehalten. Zu kaufen ist die Rarität am Renntag am Eingang des Fahrerlagers an der Aral-Tankstelle in der Altstadt oder unter (0179) 6926483. Der Kalender kostet 19 Euro.

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