Dicke Leichen haben‘s schwer

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Die Gedenktafel auf dem Hauptfriedhof.

Frankfurt – 40 bis 50 Körperspenden benötigt das Institut für Anatomie an der Frankfurter Goethe-Universität jedes Jahr, damit Medizin-Studenten am menschlichen Körper praktische Erfahrung sammeln können. Von Norman Körtge

Einen besseren Weg, um die zukünftigen Ärzte auf ihre spätere Arbeit am und mit dem Patienten vorzubereiten, gibt es nichtGab es in der Vergangenheit Zeiten, in denen Leichen in der Frankfurter Anatomie noch Mangelware waren, hat sich dies geändert. „Zur Zeit halten sich die Anzahl von Leichen von Körperspendern, die wir annehmen können, und der Bedarf an Leichen für verschiedenste Kurse und Weiterbildungen in etwa die Waage“, sagt Christof Schromerus, Leiter der Prosektur.

Über die Gründe der Spendenfreude für die Wissenschaft lässt sich streiten. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt dabei sind allerdings die hohen Beerdigungskosten, die potentielle Körperspender ihren Angehörigen ersparen wollen. Denn das Frankfurter Institut übernimmt die Bestattungskosten, wenn der Leichnam anschließend in der Grabstätte der „Dr. Senckenbergischen Anatomie“ im denkmalgeschützten Teil des Frankfurter Hauptfriedhofs in einer Urne beigesetzt wird.

Aber nicht jeder, der seinen Körper nach dem Tod den Jungmedizinern zur Verfügung stellen will und dem zuvor auch durch eine so genannten Letztwillige Verfügung ausdrücklich zugestimmt hat, wird dann auch als Körperspender angenommen. Zum Beispiel, wenn der- oder diejenige zu dick ist. „Tatsächlich müssen wir Leichen von Körperspendern ablehnen, deren Anatomie allzu sehr vom ‚Normalzustand‘ abweicht“, bestätigt Schromerus. Und dazu zählen eben neben einem zu hohen Übergewicht auch gravierende unfall- oder krankheitsbedingte Veränderungen sowie hochinfektiöse Erkrankungen.

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