Hochtaunuskliniken beraten Angehörige von Betroffenen

Diagnose Demenz: Auch dann ist das Leben noch nicht vorbei

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Durch Demenz verändert sich das Leben kolossal. Vor allem Angehörige müssen sich darauf einstellen.

Bad Homburg – Wenn das eigene Kind nicht erkannt oder ständig andere grundlos beschuldigt werden, könnte Demenz der Grund sein. Angehörige sind oftmals hilflos, wenn beim Vater oder der Mutter diese Krankheit diagnostiziert wird. Von Oliver Haas

Oft wird es erst bei einem Krankenhausaufenthalt traurige Gewissheit: Diagnose Demenz. „Für viele gleicht es zunächst einer Katatstrophe, wenn Demenz festgestellt wird“, so Alexandra Rauf, Koordinatorin der Demenzangebote in den Hochtaunuskliniken. „Um so wichtiger ist es, so lange man noch, auch gemeinsam mit den Angehörigen, etwas regeln kann.“ Wenn die Krankheit komplett ausgebrochen ist, dann seien Betroffene nicht mehr in der Lage, den Tagesablauf selbstständig zu regeln. „Um so wichtiger ist es, dass früh genug über Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen nachgedacht wird. Wie ist es etwa mit Bankgeschäften?“ Sie empfiehlt außerdem, dass Angehörige offensiv mit dem Thema umgehen und etwa auch im Freundeskreis früh sagen sollten, was los ist.

Demenz ist viel zu negativ belastet

Das Schlimme sei für Rauf, dass Demenz in der Gesellschaft viel zu negativ belastet sei: „Auch mit Demenz ist das Leben noch nicht vorbei. Natürlich ändert sich das Leben wie es war, aber trotzdem kann auch ein Mensch mit Demenz viel Lebensfreude empfinden.“

Wichtig sei auch, dass etwa Vergesslichkeit nicht immer unbedingt Vorboten einer Demenz sein müssen. „Auch Bluthochdruck, Schilddrüsenfehlfunktion oder Alkoholmissbrauch könnten die Gründe dafür sein.“

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