Buch von Saskia Etzold zeigt verletzte und getötete Kinder 

200.000 Kinder werden jährlich misshandelt

+

Frankfurt - Der Deutsche Kinderschutzbund   hat in den Frankfurter Grüneburgpark geladen, um das Buch von Saskia Etzold und Rechtsmediziner Michael Tsokos "Deutschland misshandelt seine Kinder" vorzustellen.

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte kürzlich zur Diskussion in die Orangerie im Günthersburgpark geladen und fast 200 Teilnehmer waren trotz sonniger und heißer Temperaturen erschienen. Unter ihnen viele Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte, Kitaleiterinnen und Mitarbeiter. Vorgestellt wurde das Buch von Dr. Saskia Etzold  aus Berlin „Deutschland misshandelt seine Kinder“, das die Autorin gemeinsam mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos  verfasst hat und das bereits im Vorfeld zu heftigen Reaktionen geführt hatte. Das Podium war hochkarätig und interdisziplinär mit Ärzten, Juristen und Fachleuten aus sozialen Bereichen besetzt. Saskia Etzold präsentierte drastische Bilder von verletzten und auch getöteten Kindern, die die Brisanz des Themas auf den Punkt brachten.

Pro Jahr schätzungsweise 200.000 Kinder misshandelt

„Wir gehen davon aus, dass pro Jahr mindestens 200.000 Kinder Opfer von Misshandlungen werden, meist durch die Einwirkung stumpfer Gewalt“, sagte die 30 Jahre alte Medizinerin. Sie fordert daher mehr Fachaufsicht über die Jugendämter und eine ärztliche Reak tionspflicht bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, nicht zu verwechseln mit einer Anzeigepflicht. Unterstützung erhält sie dabei von Professor Ludwig Salgo, der die Erfahrung machte, „dass Jugendämter machen können, was sie wollen.“ Übereinstimmung zum Wohl des Kindes herrschte darüber, dass mehr Austausch zwischen Behörden, Ärzten und Krankenhäusern benötigt werde, um rechtzeitig Misshandlungen zu erkennen und schnell geeignete Maßnahmen einzuleiten. Dabei kritisierte der Rechtswissenschaftler Salgo die maßlose Überhöhung des Elternrechts“ zu Lasten der Kinder. Gerade beim Thema Finanzen könne es nicht angehen, dass erst ein Kind sterben müsse, bevor eine Stelle besetzt würde. „In Frankfurt können die Studierenden an der Fachhochschule ihren Schwerpunkt in drei Semestern auf den Kinderschutz legen“, berichtete Professorin Maud Zitelmann. Das Kinderschutzmodul sei jedoch erst der Anfang und müsste weiter ausgebaut werden. Einig waren sich die Diskutanten, dass es mehr Veranstaltungen dieser Art bedürfe und dankten Stefan Schäfer  als Geschäftsführer des Kinderschutzbundes für diese wichtige Veranstaltungen.

js

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare