Offenbacher stellt erfolgreich Tische auf den Kopf

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Sebastian Herkner zeigt auf seinem Laptop einen Entwurf seines prämierten Bell-Table.

Offenbach – Eine Glasplatte oben, das Stahlgestell unten: So stellen sich die Meisten einen Tisch vor. Nicht aber Sebastian Herkner. Der Offenbacher Produkt-Designer stellt auch gern mal die Dinge auf den Kopf und lässt die Stahltischplatte auf einem massiven Glasfuß stehen. Von Jennifer Dreher

Mit seinen innovativen Kreationen hat er es ins Finale des Designpreises Deutschland 2011 in der Kategorie Newcomer geschafft. Ein Rezept, wie sich Ideen finden, gäbe es aber nicht, sagt Herkner. „Mit der Handykamera halte ich fest, was mir ins Auge fällt. Ich sitze nicht acht Stunden mit Stift und Zettel da, um Ideen zu finden“, berichtet der Absolvent der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG). Ob ein Industrieschacht, Besteck oder ein Besen: Alles kann Ideen für Möbel, Leuchten und Installationen liefern.

Chinesen bewunderten sein Vogelhaus

Der Beistelltisch Bell-Table.

Und die finden sich auch in Offenbach. Im Zentrum hat sich der Designer einen Kreativraum geschaffen. Da der aus allen Nähten platzt, steht das Ziel für 2011 fest: Einen größeren Raum finden in Offenbach. „Offenbach steht für viele aus der Branche für die HfG, und die genießt einen Top-Ruf“, schwärmt der 29-Jährige. Daher will er nicht wegziehen. Auch nicht nach Shanghai, wo er kürzlich seine Arbeiten auf der Messe Interior Lifestyle präsentierte. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr dabei ein von Herkner entworfenes Vogelhaus. „Chinesen kennen keine Nistkästen oder Vogelhäuser, sie halten sie entweder in Käfigen als Singvögel oder Nahrungsmittel“, berichtet er.
Einige Kontakte zu chinesischen Firmen bestehen seitdem. Die seien ohnehin wichtig als Selbständiger. In der „Metropol-Region“ Rhein-Main, sagt er, pflegt der Designer Beziehungen zu Kreativen, Firmen und Handwerkern.

Er beleuchtet auch Hafen-Kräne

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„Seit ich hier lebe hat sich sehr viel in Offenbach getan“, hat er beobachtet. Der Hafen, die Kreativstätten in der Heyne-Fabrik und der Wilhelmsplatz gefallen dem gebürtigen Schwaben besonders. Und er selbst hat auch am Stadtbild im Auftrag der EVO mitgearbeitet. Das Licht-Konzept des Kohle-Krans im Offenbacher Hafen stammt von Herkner und setzt seit der Luminale im Sommer jeden Abend einen leuchtenden Akzent in Offenbach.

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