Zehnmeter-Flug für Mutige

Kurios: Dieburger bauen Menschen-Katapult

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Das Dieburger „Human Katapult“ schleudert Menschen zehn Meter weit.

Dieburg - Keine Angst, die wollen nur fliegen! Wenn Daniel und Johannes Schreiber aus Dieburg ihr Katapult aufbauen, geht es weder um Zerstörung, noch das Einnehmen einer Festung. Von Jens Dörr

Das Ziel stattdessen: Spaß pur und Flüge über zehn Meter Distanz. „Human Catapult“ haben die beiden Mittzwanziger aus Dieburg ihr Werk getauft. An den Badeseen der Region ist den studierten Mathe- und Maschinenbau-Freaks damit großes Aufsehen sicher. Drei Meter lang ist das Originalkatapult. Vor dem Bau legten die Schreiber-Brüder aber zunächst ein Modell an. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Freunden Dominik und Rafael Schreiber, sowie Benedikt und Jakob Buchert.

Rechnen und simulieren war sehr wichtig

„Am Anfang stand unsere Idee, angstfreie Menschen in ein Gewässer zu schleudern“, strahlt Daniel Schreiber. „Dazu mussten wir erstmal sehr viel planen, rechnen und ganz wichtig: Simulieren.“ Sie führten Experimente zur Zugkraft von Fahrradschläuchen durch. Die werden beim Katapult nämlich für den Halt und die Beschleunigung der Auflagefläche benutzt. Dann tüftelte das Team Skizzen aus und fing an zu rechnen: Wie kann die Konstruktion einerseits standhalten und andererseits einen Menschen zehn Meter weit schleudern?

Belastung ist wie in einer Achterbahn

„Die besondere Herausforderung liegt darin, dass die Beschleunigung über eine relativ kurze Strecke erfolgt. Und dadurch treten sehr hohe Kräfte auf“, so Daniel Schreiber. Heißt: Nicht nur das Katapult muss belastbar sein, sonder auch der Mensch, der fliegen will. Denn auf ihn wirkt im Höchstfall die sechsfache g-Kraft, also das Sechsfache der normalen Erdbeschleunigung. Kein zufälliger Wert, den sich die Dieburger da ausgesucht haben: Es ist die maximal zulässige Belastung eines menschlichen Körpers, der in Deutschland beispielsweise auf Achterbahnen zulässig ist.

Jeder Flug ist auch ein Risiko

Jeder der mit dem Katapult fliegt, geht aber ein kleines Risiko ein, gibt das Team zu. Dementsprechend lassen die Dieburger jeden „Flieger“ vor dem Flug ins Nass ein Schriftstück unterschreiben. Damit schließen sie die Haftung für eventuelle Schäden aus. „Bei den bisherigen „Flugpartys“ ist aber immer alles glatt gegangen“, erzählt Daniel Schreiber. Allerdings muss man eines feststellen: Die Schar der neugierigen Zuschauer ist meist größer als die, der behelmten Weitspringer. Vielen fehlt vielleicht der Mut.

Bis die tapferen Freiwilligen aber in die Luft katapultiert werden, gehen rund 15 Minuten für die Vorbereitung drauf. So lange dauert es nämlich, bis das Katapult per Hand in die Ausgangslage gebracht wird. Der Rest ist dann eine Mischung aus Spaß und Mut.

Zahlreiche Videos sind bei den sogenannten „Flugpartys“ der Brüder entstanden. Daniel und Johannes veröffentlichen sie regelmäßig auf ihrer Facebook-Seite „Human Catapult“. Hier gibt es für alle Interessierten außerdem Infos, wann und wo die nächsten „Flugpartys“ der Erfinder-Brüder aus Dieburg stattfinden.

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