Dampfloks qualmen heute übers digitale Netzwerk

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Roman Hahn steuert die Spur-1-Modulanlage über das Display seines Handys. Im Hintergrund präpariert Hartmut Horn das Gleisbett für den Besuchertag.

Mühlheim – Sie pfeifen und quietschen, sie brummen und dampfen. Modelleisenbahnen begeistern Kinder ebenso wie Erwachsene. Statt der einfachen Spielzeuge von früher rollen inzwischen digitale Wunderwerke auf den Gleisen. So wie bei der Mühlheimer Interessengemeinschaft Größere Spuren (IGGS). VonAndreas Einbock

Blechern scheppert eine Kohleschaufel im Tender. Nach drei Schippen ertönt das Abfahrtsignal und die Güterzuglokomotive setzt sich schnaufend in Gang. Im Takt der Radumdrehungen steigt der Dampf aus der Lok empor. „Das alles kann ich ganz bequem über mein Handy steuern“, sagt Roman Hahn, IGGS-Chef, bevor er den Geschwindigkeitsregler mit seinem Zeigefinger auf dem Display von links nach rechts zieht.

Nicht nur optisch, sondern auch akustisch werden die Loks immer realitätsgetreuer. Und auch die Weichen, Signale und Bahnübergänge der Spur-1-Modulanlage im Maßstab 1:32, die aus 150 Metern Gleis bestehen, werden per Plastikstift über einen Monitor gesteuert. Mit drei durchgehenden Stromkreiskabeln sind alle 43 Module miteinander verbunden. „Der Trend geht eindeutig zum Digitalen. Vor allem bei der Spur 1 wird auf Funktionen geachtet“, erklärt Hahn und ergänzt: „Wir wollen den Leute auch etwas Besonderes bieten.“

Dampflok düst mit umgerechnet 120 Stundenkilometern

Fast wie echt werden da manche Szenen nachgestellt wie Bauarbeiten am Gleis

So wie mit ihrer neuesten Errungenschaft: Einer Messing-Handarbeitslokomotive der Baureihe 50 von KM1. Die düst mit umgerechnet 120 Stundenkilometer über die Anlage, welche die frühe Bundesbahnzeit von 1945 bis 1970 nachbildet. Das und eine H0-Anlage sind am heutigen Sonntag, 5. Dezember, in Mühlheim, Dieselstraße 11, von zehn bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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