SPD-Rebellin sieht Rot-Rot-Grün im Landtag weiter mit Skepsis / Große Koalition denkbar

Dagmar Metzger: Wortbruch wäre das keiner

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SPD-Politikerin Dagmar Metzger hält nach wie vor nichts von einer Koalition aus Rot-Rot-Grün. Stattdessen wäre eine große Koalition in Hessen für sie denkbar, jedoch ohne Ministerpräsident Volker Bouffier.

Region-Rhein-Main - 2008 verhinderte sie eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Duldung der Linken. Heute spricht sich Dagmar Metzger für eine große Koalition aus. Von Dirk Beutel

Es war das erwartete knappe Rennen bei den Hessischen Landtagswahlen. Und sie sind wieder da, die hessischen Verhältnisse. Zwar wurde die schwarz-gelbe Regierung abgewählt, doch für Rot-Grün reicht es trotzdem nicht. Zwar hat Volker Bouffier und seine Landes-CDU noch einmal zugelegt, doch der krasse Absturz der FDP hat die Regierung die Mehrheit gekostet. Erst kurz vor dem Auszählungsende der Wahlergebnisse stolperten die Liberalen gerade so mit fünf Prozent in den Landtag.

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Und auch die Sozialdemokraten konnten nach ihrem verheerenden Absturz vor fünf Jahren wieder Boden gut machen. Doch SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel steht zurzeit vor einem ähnlichen Problem wie damals seine Vorgängerin Andrea Ypsilanti.
Ihr Wortbruch 2008 führte die hessische SPD in das Land der Tränen. Das Zünglein an der Waage könnten wieder die Linken werden, die erneut den Sprung in den Landtag geschafft haben. Durch eine Tolerierung oder Koalition mit der Linkspartei könnte sich der SPD-Spitzenkandidat zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Doch Schäfer-Gümbel hatte im Vorfeld mehrfach betont, dass er politisch keine Basis für eine Zusammenarbeit sehe, doch formal schließe er nichts aus.

Nicht die gleichen Fehler wie 2008 gemacht

Vor fünf Jahren war es die Darmstädterin Dagmar Metzger, die Ypsilantis Vorhaben, sich in einer rot-grünen Koalition mit dem Beistand der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, zum Scheitern brachte. Zu den aktuellen Verhältnissen gab sich die heutige Stadtverordnete zurückhaltend: „Das sind ganz andere Voraussetzungen als 2008. Alles ist möglich. Es kommt auf den Kapitän der SPD an.“ Zumindest habe er nicht den gleichen Fehler wie seine Vorgängerin begangen und eine Zusammenarbeit ganz und gar ausgeschlossen. „Wenn es zu Rot-Rot-Grün kommen würde, hätte Schäfer-Gümbel eventuell ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das steht aber in einem völlig anderen Verhältnis als ein Wortbruch“, sagt Metzger.

Ähnlich sieht es der neu gewählte SPD-Abgeordnete Corrado di Benedetto, der darauf hinweist, dass man nichts kategorisch ausgeschlossen habe. Metzger denke eher an eine große Koalition mit einem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten: „In jedem Fall brauchen wir eine stabile Regierung, alles andere wäre nicht gut für die Demokratie.“

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