Dachdecker ein Leben am

Region Rhein-Main - Ein falscher Schritt, ein Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert. Der Dachdecker stürzt in die Tiefe. Keine Seltenheit wie die Polizeiberichte verdeutlichen. Sowohl in Langen als auch in Groß-Krotzenburg gab es Schwerverletzte.

Laut Versicherungsjournal ist der Dachdeckerberuf sogar der gefährlichste in ganz Deutschland.br /Donnerstag, 21. August: In Groß-Krotzenburg stürzt ein Dachdecker auf der Baustelle eines neuen Supermarktes fünf Meter tief. Mit mehreren Knochenbrüchen wird der 49-Jährige mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.br /Freitag, 22. August: Am Langener Wilhelm-Leuschner-Platz fällt ein 42-Jähriger vom Dach einer Gaststätte vier Meter tief. Er zieht sich schwere Kopfverletzungen zu.br /Keine Einzelfälle wie das Versicherungsjournal in einer erschreckenden Bilanz darlegt. Demzufolge wurden 2006 knapp 30 Prozent der Dachdeckerrenten wegen eines Todesfalls an Hinterbliebene ausgezahlt. Dachdecker verunglücken während der Arbeit nicht nur besonders häufig tödlich, auch bei den Erwerbsunfähigkeitsrenten führen sie die Statistik deutlich an.br /Dass der Beruf ein gefährlicher ist, streitet auch Norbert Hain, Geschäftsführer des Hessischen Dachdecker-Innungsverbandes, nicht ab. "Bei uns kann ein Fehltritt schnell gravierende Folgen haben", sagt er. Das bestätigt Stephan Kunze, Dachdeckermeister aus Seligenstadt. "Wir sind größeren Gefahren ausgesetzt als andere Berufsgruppen. Aber die Sicherheitsstandards sind immer besser geworden", berichtet er. Kunze selbst habe sich noch nie schwerer verletzt und ihm sei auch kein Fall aus dem Kollegenkreis bekannt.br /"Wir verzeichnen in den vergangenen Jahren einen deutlichen Rückgang der Unfallzahlen", ergänzt Norbert Hain. Er führt dies auch auf die umfangreichen Schulungs- und Schutzmaßnahmen zurück, die gegriffen haben. "Bei Bedarf schicken wir in die Betriebe einen technischen Berater, der eine Gefährdungsanalyse anfertigt," sagt er. Dennoch kann der Faktor Leichtsinn nie ausgeschlossen werden, weiß Hain.br /Für Hain ist das Dachdecker-Handwerk jedenfalls einer der vielseitigsten und spannendsten Beruf überhaupt. "Es ist ja nicht nur das Dachziegeln verlegen", betont er. Beim Dachstuhlbau oder dem Einbau von Gauben sei Kreativität gefragt. Hinzu kommt das der Dachdecker mit ganz verschiedenen Werkstoffen hantiert. Auch die Installation von Photovoltaik-Anlagen gehört zum umfangreichen Aufgabenspektrum.

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