Hexe aus der Region arbeitet mit Kunst-Star aus Neuseeland zusammen

Cornelia Bayer verzaubert Steinernes Haus: Ihre Hexerei wird jetzt große Kunst

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Hexe Cornelia Bayer vor dem Steinernen Haus, wo sie am Dienstag das Kunstwerk verhexen will.

Frankfurt – Vom EXTRA TIPP in den Frankfurter Kunstverein: Nach dem Bericht über Hexe Cornelia Bayer soll die Kräuterfrau nun für einen neuseeländischen Konzeptkünstler bei einer Ausstellung im Steinernen Haus ein Kunstwerk verzaubern. Von Christian Reinartz

Dane Mitchells Kunstwerk in einer Galerie in Neuseeland.

Eigentlich sind es nur ein paar ineinander verschachtelte Metallgestelle. Doch in den Händen des neuseeländischen Objektkünstlers Dane Mitchell werden sie zu großer Kunst. Inmitten des Gestänges: Ein Kreis, den Cornelia Bayer in einer geheimen Sitzung mit Mitchell am Dienstag verhexen soll. Drei Tage später soll das Kunstwerk dann der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das verhexte Kunstwerk ist ab Freitag, 5. Oktober, beim Frankfurter Kunstverein im Steinernen Haus, Markt 44, zu sehen. Es ist Teil der Gemeinschaftsausstellung zur Buchmesse „CONTACT. ARTISTS FROM AOTEAROA/NEW ZEALAND“.

Als die mich angerufen haben, war ich völlig von den Socken“, sagt Cornelia Bayer. „Ich hab natürlich gleich gefragt, wie die auf mich kommen“, sagt Bayer. „Durch den Bericht im EXTRA TIPP, war deren Antwort.“ Cornelia Bayer erbittet sich zunächst Bedenkzeit. Dann hat sie abgewogen und überprüft, ob sie es mit ihrem Hexen-Kodex vereinbaren kann. „Und ich kann“, sagt sie. „Schließlich ist es für mich eine tolle Möglichkeit, Vorurteile gegen die Hexen im Rhein-Main-Gebiet abzubauen. Wann bekommt eine Hexe schon einmal eine solche Chance?“

Was genau am Dienstag auf sie zukommt, weiß Bayer unterdessen noch nicht. „Ich bin sehr gespannt.“ Denn Künstler Dane Mitchell ist keineswegs ein unbeschriebenes Blatt in Sachen Okkultismus. Der Mann beschäftigt sich schon seit Jahren mit Geistern und Schwingungen in seinen Kunstwerken. In Europa schaffte er auf der Art Basel 2008 den Durchbruch. In seinem dort ausgestellten Kunstwerk ging es um die Schweizerin Anna Göldi, die 1782 als Hexe hingerichtet wurde. Zum Ensemble gehörte eine Geisterbeschwörung. Und Bakterienkulturen, die Mitchell auf Staub aus dem Göldi-Museum wachsen ließ.

Beim Frankfurter Kunstverein warten die Kuratoren Aaron Kreisler und Leonhard Emmerling sowie das Team des Kunstvereins voller Spannung auf die geplante Verhexung. Ausstellungskoordinatorin Jule Hillgärtner: „Das ist Teil von Mitchells Kunstwerk und wir nehmen seine Kunst sehr ernst.“ Mitchell etwa sei auch der Kontakt zu Bayer wichtig, er habe einen umfangreichen Mailverkehr mit ihr gehabt. Bayer findet Mitchells Interesse für das Heidentum sympathisch. „Besser könnte es doch gar nicht passen“, sagt sie voller Vorfreude. „Und nur deswegen mache ich das auch.“

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