So war es in der Concordia-Hölle

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Das, was zur Zeit über die Mattscheibe flimmert, hat der Frankfurter Peter Vogler selbst mitbekommen. Er war mit Frau und Sohn auf der Concordia, als das Schiff den Felsen rammte. Nur Dank seiner Geistesgegenwart konnten er und seine Familie sich von dem Unglücks-Schiff retten. Von Christian Reinartz

 Es war Peter Voglers zweite Kreuzfahrt und es ist wahrscheinlich seine letzte gewesen. „Jetzt bringt mich keiner mehr auf so ein Schiff“, sagt der Koch des Offenbacher Ausflugslokals Käsmühl. Die Anstrengung der vergangenen Tage ist ihm anzusehen. Der Mann schläft wenig, immer wieder geistern ihm die schrecklichen Bilder der Concordia durch den Kopf. „Nachts wache ich auf und kann an nichts anderes mehr denken“, sagt Vogler: „Dann sehe ich alles wie in einem Film vor mir.“ Die Sekunden als das Schiff den Felsen vor der italienischen Insel Giglio rammt, haben sich ihm eingebrannt. „Plötzlich hat es einen riesigen Ruck gegeben“, erinnert sich Vogler und schluckt hörbar. Gläser seien umgefallen, dann habe es noch einen zweiten, größeren Ruck gegeben. „Da ist dann Panik ausgebrochen und die Leute sind wie von Sinnen in ihre Kabinen gerannt. Wir hatten Todesangst“, sagt Vogler.

Nur er, seine Frau Susanne und Sohn Patrick sowie einige wenige andere Passagiere harrten im Speisesaal aus. „Ich hatte so ein Gefühl, dass wir dort sicherer sind als unten“, erklärt Vogler seine Blitzentscheidung. Dann kam der Stromausfall und die Panik eskalierte. Als das Licht wieder anging blieb den verängstigten Passagieren nur die Notbeleuchtung. Nach 30 Minuten bangem Warten, schlagen sich Vogler und seine Familie zu den Rettungsboten durch. „Überall waren blutende Menschen, schreiende Kinder und weinende Frauen“, berichtet Vogler. Er vergleicht die Szenen mit dem Film Titanic. „Ich habe den sieben Mal gesehen. Die Panik auf der Concordia war dieselbe.“

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Bilder aus der Concordia-Hölle

Tatkräftig packt er mit an, hilft, Kinder in die Rettungsboote zu bringen. Als keiner mehr kommt, steigen auch er und seine Familie ein. Doch dann der nächste Schock. Die Verankerung löst sich nicht. Erst als der Schiffskoch, der mit im Boot sitzt, sechsmal mit einer Axt auf das Halteseil einschlägt, plumpst das Boot ins Wasser, bringt die Schiffbrüchigen ans rettende Inselufer. „Erst da habe ich realisiert, dass wir gerettet sind“, sagt Vogler. Vor Ort engagieren sich die Voglers weiter. „Vor allem meine Frau hat den Menschen geholfen, die einfach ins Wasser gesprungen sind“, sagt der Überlebende: „Wir haben Decken organisiert und die nassen Passagiere damit gewärmt.“ Nach einer Nacht in einer Notunterkunft folgt für die Voglers ist eine Odyssee mit Bussen durch die Schweiz bis nach Frankfurt.

Für den inhaftierten Kapitän, der das Schiff auf den Felsen navigiert hatte und dann vor seinen Passagieren von Bord gegangen war, hat Peter Vogler kein gutes Wort übrig. „Das war ein ziemlich windiger Mann“, sagt Vogler. Mich würde nicht wundern, wenn an den Drogenvorwürfen was dran ist.“

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