Eppsteinerin sammelt erfolgreich Spenden

Claudia Papenhausen will neue Schulen für Burkina Faso

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Jeder, der arbeiten kann, hilft beim Schulbau mit.

Eppstein – Die Weltenbummlerin Claudia Papenhausen hat bei einer Urlaubsreise nach Afrika ihr Herz in Burkina Faso verloren. Die Mischung aus extremer Armut und unbändigem Wissensdurst weckte den Tatendrang in ihr, um Spenden für neue Schulen zu sammeln. Von Dirk Beutel

Wenn Claudia Papenhausen von ihren Projekten in Afrika spricht, werden ihre Augen feucht. Freude und Wehmut keimen dann in ihr auf. Sie erinnert sich an die Kinder, die über 30 Kilometer Fußweg für den Schulweg in Kauf nehmen müssen. Und an die Lehrer, von deren einer bis zu 100 Kinder unterrichten muss.

Claudia Papenhausen (links mit Hut) will jetzt eine weiterführende Schule errichten lassen.

Doch Papenhausen ist auch stolz. Denn der Kampf der 67-Jährigen für bessere Bildungsmöglichkeiten und gegen die Armut in der Gobnangou Falaise war ein einziger Erfolgszug. Bislang hat ihr Einsatz dafür gesorgt, dass zwei Grundschulen aus Stein und ein Brunnen gebaut werden konnten. Die letzte wurde erst vergangenen Dezember fertig. Mit Tischen und Stühlen aus Holz. Für die Menschen dort ein unvorstellbarer Luxus. Denn Schulen in Burkina Faso, das sind Hütten aus Stroh und Palmen. Jeder Regenguss, sogar eine hungrige Kuh, kann so eine Schule dem Erdboden gleichmachen. In einem Land in dem es Wasser, Strom oder Weizen nicht gibt, eine Kindersterblichkeit von 42 Prozent herrscht und es über 90 Prozent Analphabeten gibt. Die Grundlage für Papenhausens Erfolg sind Spenden aus dem Taunus. Mit ihrem 2009 gegründeten Verein „Leben dürfen“ kämpft die pensionierte Lehrerin aus Eppstein seither um jeden Cent.

Sie hat die Bauleitung und unterschreibt die Schecks

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Sie selbst sorgt dafür, dass die Spenden tatsächlich für das verwendet werden, für was sie gedacht sind. Sie selbst fliegt regelmäßig in das westafrikanische Land. „Ich alleine verwalte das Geld, unterschreibe die Schecks und übernehme die Bauleitung“, sagt Papenhausen.
Eine große Hilfe ist ihr die örtliche Selbsthilfeorganisation Untaani. Das Geld kommt aus dem Taunus, aber die Einheimischen selbst krempeln die Ärmel hoch und setzen Stein auf Stein. Auch die dortige Schulbehörde reagierte auf dieses Engagement und schickte mehr Grundschullehrer zum Unterrichten.

Für die erste Schule sammelte Papenhausen 53.000 Euro. Weitere Zuschüsse kamen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Ähnlich viel wird Papenhausens neuestes Projekt, ein Collège für Klassen von sieben bis zehn, ebenfalls benötigen. Das BMZ würde dreiviertel der Mittel dazugeben. Der Antrag für die neue Schule ist bei der dortigen Behörde schon gestellt. Baubeginn soll am 1. April sein.

Fürs neue Projekt fehlt noch etwas Geld

Nicht viel Zeit. Denn: „Alles was nötig ist, steht in den Startlöchern. Aber uns fehlen noch 19.000 Euro, die wir dringend brauchen.“ Trotz der knappen Zeit, glaubt Papenhausen aber, dass der Bau rechtzeitig beginnen kann. Dafür wird sie jede Herausforderung annehmen und um jeden Cent kämpfen. Wer helfen möchte, spendet auf das Konto des Vereins „Lernen dürfen e.V.“, Konto: 50003477 bei der Taunus Sparkasse (BLZ: 51250000). Infos: www.lernen-duerfen.com.

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