Der Gallus-Kümmerer

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Christian Spoerhase steht noch vor einer Baustelle. Dort soll ein Café entstehen.

Frankfurt – Eine ältere Frau streckt ihren Kopf durch die Tür des Stadtteilbüros im Gallus an der Frankenallee 166. „Ich wollte nur mal eben schnell wissen, wann das Café eröffnet. Das ganze Viertel wartet darauf.“ Anfang Juni entsteht an der Quäkerwiese  der neue Quartierpavillon. Einer, der den Bau mit Spannung verfolgt, ist Stadtteilmanager Christian Spoerhase. Von Enrico Sauda

Christian Spoerhase steht noch vor einer Baustelle. Dort soll ein Café entstehen.

„Dort gibt es dann ein Bewohnercafé und gleichzeitig sollen einige Clubs aus dem Viertel hier ihr Vereinsheim haben“, erklärt Christian Spoerhase. Der 33-jährige Diplom-Politologe ist Stadtteilmanager und Ur-Frankfurter. „Meine Diplomarbeit hat mich mit dem Thema in Kontakt gebracht, weil ich über die soziale Stadt schrieb“, erinnert sich Spoerhase, der seit 2007 im Gallus tätig ist.

Gut findet er an seiner Arbeit, dass er viel mit Menschen in Kontakt sei und versucht, deren Bedürfnisse und Wünsche umzusetzen. Am Gallus habe ihn gereizt, „dass es sehr groß, vielfältig und spannend ist“. Immerhin wohnen hier 27.000 Menschen – der Anteil der Ausländer liegt bei gut 40 Prozent. Da spielt das Thema Integration eine bedeutende Rolle.

Wichtig ist es Spoerhase, die Anwohner bei städtebaulichen Projekten einzubeziehen. Das gelingt ihm auch. „Die Beteiligung ist gut. Vor allem, wenn sie selbst betroffen sind.“ Seine Strategie ist so einfach wie effektiv: „Wir gehen aktiv auf die Leute zu.“ Mit einem Stand präsentiert er sich auf der Straße und zudem organisiert das Stadtteilbüro Bewohnerworkshops.

Ein Mann, ein Stadtteil: Christian Spoerhase

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Dort entstehen Ideen für die Gestaltung von Flächen. „Etwa der so genannten Kopfpunkte an der Frankenallee – dort wo der Grünstreifen in der Mitte der Straße endet.“ So gestalteten sie den Punkt vor der Friedenskirche als Vorplatz und den an der Paul-Hindemith-Schule bestückten sie mit Spielelementen. „Demnächst steht der zweite Bauabschnitt an“, weiß Spoerhase. Auch in diesem Fall sollen die Einwohner des Viertels beteiligt werden. Deshalb geht am Donnerstag, 7. April, in der Günderrodeschule an der Hufnagelstraße 25 eine Anwohnerversammlung über die Bühne.

Das Gallus wurde Ende 2001 in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ aufgenommen. Anlass für die Auswahl als Gebiet der Sozialen Stadt war der Mangel an gewerblichen Arbeitsplätzen, die Konzentration von sozial Benachteiligten, insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund sowie von gering qualifizierten Arbeitnehmern. Starke Umweltbelastungen durch den Verkehr, der Mangel an öffentlichen Grün-, Frei- und Spielflächen sowie Modernisierungsrückständen in Wohnungsbestand und Umfeld prägen auch heute noch das Viertel.

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