"600.000 Jobs fallen 2009 weg"

Offenbach - Jörg Krämer ist als Gastredner bei der TOP-100-Veranstaltung der IHK im Offenbacher Capitol aufgetreten. Dem EXTRA TIPP verriet der Chefsvolkswirt der Commerzbank wie es mit der Finanzkrise 2009 weitergeht.

Seine Thesen:Es ist die tiefste Rezession seit 1950: Laut Krämer erleben wir im Moment eine Rezession. Sie hat Mitte 2008 begonnen und wird nach bisherigen Erkenntnissen bis Mitte 2009 andauern. Die deutsche Wirtschaft wird nach seiner Meinung dabei um 1,2 Prozent schrumpfen.

Kommt der Mittelstand noch an Kredite?

Für die Commerzbank lässt sich sagen: Es gibt keine Kreditklemme. Es warten noch viele Kredite auf den Mittelstand.2009 fallen 600.000 Jobs weg! Die Erfolgsgeschichte der immer größer werdenden Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Deutschland und auch in Offenbach wird jäh unterbrochen. Es fallen rund 600.000 Jobs weg. Derzeit werden - zum Beispiel in der Autoindustrie - noch Arbeitszeitguthaben abgebaut. Danach geht es an die echten Jobs.

Trifft es minderqualifizierte Beschäftige stärker?

Krämer vermutet es, kann es aber nicht definitiv bestätigen. Fakt sei, dass der Jobabbau sich durch alle Branchen zieht. Das Problem in Deutschland sei, dass wenn man seine Arbeit verliert, größere Probleme als in England oder in den USA hat, wieder angestellt zu werden. Die Automobilzulieferer haben von den Autokonzernen zwei Tage vorher mitgeteilt bekommen, dass in den nächsten Monaten die Produktion gedrosselt oder zum Erliegen kommt. Das zwingt zu Einschnitten.

Wie stark trifft es die deutsche Wirtschaft?

Für Krämer ganz klar: Wären alle Volkswirtschaften so aufgestellt wie die in Deutschland, gäbe es keine Rezession. Aber Deutschland kann sich von dem weltweiten Geschehen nicht abkoppeln. Die vorbildliche Sparquote von elf Prozent, der konstante Weltmarktanteil trotz wachsender asiatischer Konkurrenz und der starke Schuldenabbau bei deutschen Unternehmen lassen Krämer hoffen, dass Deutschland nach dem Ende der Krise weiterhin eine starke Position in der Weltwirtschaft inne hat.

Kommentare