Chaos in den Griff bekommen

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Der Diplom-Psychologe Barry R. Sheade zeigt seinen Seminarteilnehmern, wie sie Chaos nutzen können – und bringt ihnen sogar bei, sich zu hypnotisieren.

Taunus – Für Barry R. Sheade ist Chaos nicht abschreckend. Im Gegenteil. Der Diplom-Psychologe ist sicher: Chaos kann bei der Entstehung einer neuen Ordnung eine wichtige Rolle spielen. Jeder könne Chaos für sich nutzen. Von Julia Renner

Ob Student oder Rentner – zu Sheades Vorträgen zum Thema „Das kreative Potential von Chaos“ kommen Menschen jeden Alters. Und dabei haben sie alle eines gemeinsam: Das Gefühl, das ihr Leben im Chaos versinkt. „Sie verstehen nicht, wie sie in dieser Situation gelandet sind“, sagt der Diplom-Psychologe. Viele seien auf der Suche.

Der nächste Vortrag von Barry R. Sheade unter dem Titel "Das kreative Potential von Chaos" ist am Donnerstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr in der VHS Bad Homburg. Kosten: Zehn Euro. Anmeldung auf www.vhs-badhomburg.de.

Die einen haben ihren Job verloren, andere leiden unter einer Sucht, wieder andere fühlen sich gefangen in einer Beziehung. Für sie ist eine Ordnung verloren gegangen, „die künstlich hergestellt ist“.

Seine Vortrags-Teilnehmer, so sagt er, „kämpfen mit sich selbst, haben Schuld, Zweifel und leiden“. Und das mache destruktiv. Der gebürtige Amerikaner Sheade hilft zunächst dabei, das Leid zur Seite zu stellen. Unter anderem, indem er die Betroffenen Selbsthypnose lehrt. Das helfe dabei, einfach mal abzuschalten. Auch Angst ist ein wichtiger Aspekt von Sheades Vorträgen. Er hat schon oft festgestellt, dass viele Menschen übertriebene Ängste haben. Irgendwann habe man schließlich sogar Angst vor der Angst, sagt der Psychologe. Für Sheade eine Störung, die gestört werden muss und so dann gar nicht erst Überhand nehmen kann.

Er rät seinen Chaos-Betroffenen oft auch, Gewohnheiten zu ändern und eine neue Perspektive einzunehmen. Auch wenn mal keine konkrete Lösung für das persönliche Chaos in Sicht ist, hat der 69-Jährige einen simplen Tipp: „Man sollte aufhören das zu tun, was nicht hilft und irgendetwas anderes machen, etwas Neues, und weg von alten Gewohnheiten kommen.“

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