Im Bus eingeschlossen und vom Fahrer begrabscht

Busfahrer soll vier junge Frauen sexuell belästigt haben

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Die Endstation der Buslinie 671 im Groß-Umstädter Stadtteil Wiebelsbach: Dort soll es ebenfalls zu sexuellen Übergriffen durch den Angeklagten gekommen sein.

Darmstadt/Groß-Umstadt  - Vier junge Frauen soll ein Busfahrer in seinem Fahrzeug eingeschlossen und sexuell belästigt haben. Jetzt muss sich der 37-Jährige vor dem Darmstädter Landgericht  verantworten. Dabei steht noch der Vorwurf der Vergewaltigung im Raum. Von Dirk Beutel

Es ist der Stoff wie aus einem Horrorfilm: Ein Busfahrer  soll zwischen Januar 2010 und April 2012 vier damals noch minderjährige Mädchen als letzte Fahrgäste in seinem Fahrzeug eingeschlossen und sexuell belästigt haben. Der Fall wurde schon einmal verhandelt: Und zwar 2012 vor dem Jugendschöffengericht  am Dieburger Amtsgericht. Damals kam zu den Vorwürfen der Freiheitsberaubung und sexuellen Nötigung der Tatbestand der Vergewaltigung  hinzu. Eine der jungen Frauen berichtete, dass der Busfahrer sie zum Oralverkehr gezwungen habe. Deshalb wurde der Fall an das Darmstädter Landgericht gegeben.

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Dort schilderte die junge Frau, dass der Angeklagte sie gegen ihren Willen mit dem letzten Bus nicht zur Endstation der Linie 671  „Am Sportplatz“ im Groß-Umstädter Stadtteil Wiebelsbach, sondern ins Busdepot gebracht haben soll. Dort soll er das Licht ausgeschaltet, die Türen verschlossen und die junge Frau zum Oralverkehr gezwungen haben. Allerdings habe das Opfer aus Scham niemandem etwas von der Tat erzählt. Weder der Familie noch der Polizei, daher gibt es auch keine nachweisbaren Spuren.

Vorfall an der Endstation der Linie 671

Ein weiteres, zur Tatzeit 15-jähriges Opfer berichtete von einem ähnlichen Vorfall, der an der Endstation in Wiebelsbach passiert sein soll. Sie bestätigte, den Busfahrer zu kennen, er sei sympathisch gewesen. Jedoch soll er an einem Abend versucht haben, sie an Po und Brust zu berühren und zu küssen. Sie habe ihn mehrfach weggestoßen, konnte aber die Türen des Busses öffnen, nach Hause rennen und ihrer Mutter unter Tränen von der Tat berichten.

Angeklagter streitet alle Vorwürfe ab

Arben A. aus Eppertshausen bestreitet alle Vorwürfe. Was den Oralverkehr anbelange, so soll er einvernehmlich stattgefunden haben. Er habe die junge Frau danach in seinem Auto mitgenommen und nach Hause gebracht. Das wurde so auch von dem mutmaßlichen Opfer bestätigt. Vielmehr vermute der Busfahrer einen Racheakt der jungen Frauen, die sich untereinander kennen sollen, da er einen auffälligen Jungen wegen schlechtem Benehmen aus dem Bus geworfen habe. Dieser junge Mann soll angeblich der Bruder eines der Opfer sein. Doch dieser weist diese Spekulation von sich. Er habe zwar von den Vorfällen erfahren, Probleme mit dem angeklagten Busfahrer habe er aber nie gehabt. Der Prozess  wird am Dienstag, 19. August, fortgesetzt.

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