Bunte Fantasiewelt aus einer Tüte voll Chaos

+
Zwei aus 32: Um es transportieren zu können, hat Peter Schubert das 24.000-Teile-Puzzle „Das Leben“ in Quadrate aufgeteilt.

Offenbach – Geduld und ein geübtes Auge machen Peter Schubert zum selbst ernannten Puzzle-König. Fünfeinhalb Monate brauchte er für das zweitgrößte Puzzle der Welt. Von Dirk Beutel

Der Kampf gegen das Chaos ist immer auch ein Ringen mit sich selbst: Sortieren, vergleichen, suchen und das stundenlang – immer wieder muss man sich neu motivieren. Peter Schubert kann sich nichts entspannenderes vorstellen. Der gebürtige Franke, der seit kurzem in Offenbach lebt, hat in sieben Jahren 162.000 Teile verpuzzelt. Das entspricht einer Fläche von etwa 47 Quadratmetern.

Persönlicher Rekord: Über 30.000 Teile

Nachdem er ein Puzzle mit 18.000, dann mit 20.000 Teilen vollendete, hatte Schubert seinen persönlichen Rekord nocheinmal in die Höhe geschraubt, indem er nach fünfeinhalb Monaten das letzte Stück in das Riesenpuzzle „Das Leben“ versenkte. Die bunte Abenteuerwelt war bis 2010 das größte Puzzle der Welt und ist 4,28 Meter lang und 1,57 Meter breit. Kaufen kann man es nur über das Internet.

Es sind vor allem die besonderen Puzzle die Schubert immer herausgefordert haben. Je mehr Farben und exotische Motive umso besser. Die Größe spielt dabei nicht immer die entscheidende Rolle. Unter seinen knapp 30 Puzzlen finden sich auch holografische Exemplare in denen sich je nach Lichteinfall zwei Bilder verstecken. Oder das seltene 3-D-Puzzle der New Yorker Skyline.

Gehirnjogging bis ins Morgengrauen

Jeden Feierabend tüftelt der 43-Jährige einige Stunden. Am Wochenende sitzt Schubert schon gerne mal bis in die frühen Morgenstunden und bastelt an seinem Puzzle. Mittlerweile sogar wenn der Fernseher läuft. Früher hätten ihn die Geräusche aus dem Konzept gebracht. Jetzt lenkt Schubert nichts mehr so schnell ab: „Sich Teile merken, daran zu erinnern, wo man ein bestimmtes Stück hingelegt hat, ist wie Gehirnjogging.“

Dreimal hat Schubert sich für einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde beworben. Ohne Erfolg: „Das Problem ist, dass ich nicht beweisen kann, dass ich die Puzzle alleine gelegt habe.“

Puzzle-Stopp

Im Augenblick legt Schubert eine Schaffenspause ein. Wie lange sie dauern wird, kann er noch nicht sagen. Seit er im Rhein-Main-Gebiet wohnt, verfolgt er ein anderes Ziel: „Ich möchte meine Puzzlesammlung ausstellen.“ Das ungläubige Kopfschütteln und die Faszination der Menschen, wenn sie seine zusammengesetzten Bilder sehen, sei für ihn der wahre Lohn. Deshalb sucht der Neu-Offenbacher im Moment nach einem Veranstaltungsort.

Inzwischen ist ein noch größeres Puzzle herausgekommen. „Double Retrospect“ zeigt die bekannten Figuren von Keith Haring und zählt über 32.000 Teile. Schubert winkt aber ab: „Das Motiv reizt mich überhaupt nicht. Da warte ich lieber, bis ein größeres und schöneres auf den Markt kommt.“

Mehr zum Thema

Kommentare