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Bundesweite Pflicht: Biotonne ab 2015

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Sie kommt: Die Biotonne wird ab dem 1. Januar 2015 bundesweit zur Pflicht.

Region Rhein-Main – Die Biotonne kommt. Ab dem 1. Januar 2015  ist sie bundesweit für jeden Haushalt Pflicht. Doch einige Kommunen im Taunus haben sie längst auf freiwilliger Basis eingeführt und sind guter Dinge. Von Dirk Beutel 

Bei der Entsorgung von Biomüll sind die Hessen bundesweit Spitze. 65 Prozent des Biomülls wanderten 2012 in die Biotonne – so viel wie in keinem anderen Bundesland, wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden mitteilt. Die restlichen 35 Prozent Biomüll landeten an Sammelstellen für Garten- und Parkabfälle. Doch nicht in allen Städten und Gemeinden wird der Biomüll in einer separaten Abfalltonne gesammelt. Bundesweit fehlen noch 60 Landkreise. Von den über 400 Städten und Gemeinden in Hessen haben fast 350 die Biotonne eingeführt und gehört dort längst zum Alltag.

In Darmstadt bereits seit 1991

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Wie etwa in Darmstadt. Dort wurden den Haushalten bereits 1991 Biotonnen zur Verfügung gestellt. Nach Angaben der Stadt wurde dadurch die Menge des Hausmülls um etwa zehn Prozent gesenkt. Die Biotonnen werden dort über die Müllgebühren finanziert.

Aber auch im Main-Taunus-Kreis haben sich einige Städte und Gemeinden bereits vorab mit der Biotonne beschäftigt. Vorreiter war die Gemeinde Sulzbach, die im Jahr 2000 die Biotonne für die freiwillige Nutzung eingeführt hat. „Anfängliche Bedenken, insbesondere zur Hygiene, konnten schnell ausgeräumt werden“, heißt es aus der Gemeinde. Zwischenzeitlich seien dort über 900 Biotonnen ausgegeben worden. Deshalb zeige sich Sulzbach gut aufgestellt für den 1. Januar. „Die Gemeinde ist schon heute in der Lage, weitere Biotonnen in den Größen 120- oder 240-Liter auszuliefern.“

Oberursel und Bad Soden verzichteten bisher

In Eppstein wurde sie 2008 auf freiwilliger Basis etabliert: „Seit Einführung der Biotonne konnte die Menge an Hausmüll um rund 500 Tonnen auf etwa 2.000 Tonnen im Jahr reduziert werden“, gibt die Stadt auf Nachfrage bekannt. Auch in Eschborn, Flörsheim und Kelkheim gibt es die Biotonne schon auf freiwilliger Basis. Andere Kommunen wie Oberursel oder Bad Soden haben die Frist bis zur Pflichteinführung voll ausgeschöpft und haben deshalb noch keine Erfahrungswerte. Sie führen die Biotonne zum 1. Januar komplett neu ein. „Das bedeutet, dass ab diesem Stichtag jede Liegenschaft eine verpflichtende Biotonne zusätzlich zur grauen Restmülltonne und den Tonnen für Altpapier haben muss. Bei Großwohnanlagen sind Sonderregelungen im Gespräch“, teilt die Stadt Bad Soden mit.

Aber es gibt auch Ausnahmen: Wer einen eigenen Garten besitzt, kann sich prinzipiell mit Nachweis und Antrag von der Biotonnenpflicht befreien lassen.

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