Freunde in der virtuellen, aber Gegner in der realen Welt

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Die Facebook-Profile von Binder (links) und Helm.

Königstein – Der CDU-Mann steht auf Metal-Musik: Waldwind heißt die Lieblingsband von Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm. Sein Herausforderer beim Kampf um den Bürgermeistersessel Michael T. Binder steht eher auf die eigene Musik – und den Nudelklassiker Mirácoli. Das verraten sie im Internet-Netzwerk Facebook. Von Julia Renner

Wenn es nach der Anzahl der Freunde geht, wird Binder die Wahl am Sonntag, 22. Januar, für sich entscheiden. 449 Freunde verzeichnet seine Liste, bei Helm sind es 394. Befreundet sind beide auch miteinander – zumindest in der virtuellen Welt.

Beide haben auch gemeinsam, dass sie gern Fotos oder ihre Meinung posten. Mal sind es eher politisch motivierte Botschaften, mal private – ob es um das „Leo-Mobil“ geht oder um das neue Album von Michael T. Binder alias Musell.

Helm mag "Sex and the City"

Über Amtsinhaber Helm lässt sich außerdem herausfinden, dass er Single ist und ein Fan der Autorin Nele Neuhaus. Über Binder kann der Seiten-Besucher mehr erfahren. So spricht er nicht nur Deutsch und Englisch, sondern auch Hessisch, er mag die Frauen-Fernsehserie „Sex and the city“ und „Der letzte Bulle“.

Oliver Dziemba, Web-Experte der Frankfurter Goethe-Uni und früher Mitarbeiter im Bereich Neue Medien am Zukunftsinstitut Kelkheim, hat einen Blick auf die Profile geworfen. „Es sind private Profile, keine Fan-Seiten, und beide scheinen selbst aktiv zu sein“, sagt er. Ein Pluspunkt: „Das macht einen Menschen nahbar.“ Authentizität sei wichtig. Politiker sollten soziale Netzwerke nie für Marketing nutzen, sondern für Kommunikation. „Dann können mehr Menschen erreicht werden als mit Wahlplakaten.“ Das Fazit: „Beide sind offen, authentisch.“ Dennoch „könnte man die Seiten noch professioneller gestalten“. 

Den EXTRA TIPP finden sie auch auf Facebook unter www.facebook.com/rheinmainextratipp

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