Wer wird der neue Bürgermeister?

Stichwahl in Kelkheim: Sabine Bergold gegen Albrecht Kündiger

+

Kelkheim –  Sabine Bergold und Albrecht Kündiger wollen Bürgermeister von Kelkheim werden. Beide treten am morgigen Sonntag in einer Stichwahl gegeneinander an. Von Dirk Beutel

In Kelkheim kommt es am morgigen Sonntag zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte bei der Wahl am 14. Juni keiner der damaligen drei Kandidaten eine absolute Mehrheit. Demnach gingen 46,2 Prozent der Stimmen an Albrecht Kündiger (UKW), Sabine Bergold von der CDU kam auf 42,8 Prozent und der parteilose Patrick Falk erreichte elf Prozent. Von den rund 22.000 Wahlberechtigten waren 47 Prozent zur Wahl gegangen.

Gewerbegebiet Münster soll erweitert werden

Jetzt kommt es zum Zweikampf um den Posten des Kelkheimer Verwaltungschefs. Bei Sabine Bergold wird die Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt. Sie will die gute Zusammenarbeit mit der Vereinigung Kelkheimer Selbstständiger, dem Handwerk und Gewerbeverein sowie dem Verein zur Förderung von Existenzgründung vorantreiben. Zudem soll die Vermarktung der Grundstücke im Gewerbegebiet Münster einer ihrer Aufgabenschwerpunkte werden. „Außerdem möchte ich Bindeglied zwischen Unternehmen und Eigentürmern von Gewerbeflächen sein, damit unsere Innenstadt lebendiger wird“, sagt Bergold. Ihr Kontrahent Albrecht Kündiger sieht Verbesserungsbedarf in der Infrastruktur: „Das gilt für den öffentlichen Nahverkehr, für den Zustand der Straßen, aber auch für eine schnellere Internet-Verbindung.“ Für Unternehmen wolle er direkter Ansprechpartner sein und Akzente bei der Erweiterung des Gewerbegebiets in Münster setzen. Auf seiner Prioritätenliste ganz oben stehen bei Kündiger die Reduzierung der Krippen-Gebühren, die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe sowie eine bessere Umwelt- und Verkehrspolitik, wobei über allem die Bürgerbeteiligung stehen soll.

Steuererhöhungen sind abzusehen

Auch das Thema sozialer Wohnraum wollen beide anpacken. Bergold: „Der muss geschaffen werden, aber der städtische Haushalt muss an der Kommunalaufsicht vorbei. Eine Neuverschuldung für Projekte in diese Richtung ist daher kurzfristig nicht möglich.“ Kündiger: „Kelkheim muss für alle da sein. Dafür werde ich mich engagieren.“ Doch bei den Finanzen drückt der Schuh. Auch in Kelkheim. Das betonen die beiden politischen Gegner: „Die zu erwartenden neuen Regelungen des Kommunalen Finanzausgleichs und die Anforderungen des Landes, um künftige Haushalte zu genehmigen, sind Variablen, die nicht zulassen, Erhöhungen der Steuern und Abgaben ganz auszuschließen“, sagt die hauptamtliche erste Stadträtin der Stadt Eppstein. Auch Kündiger redet Klartext: „Das Land zwingt die Kommunen, die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer dem Landesdurchschnitt anzupassen. Insofern sind Erhöhungen voraussehbar.“

Krippenplatz darf höchstens 500 Euro kosten 

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Kreistag will für zusätzliche Ausgaben wie für die Krippenplätze Prioritäten im Haushalt ändern und kein Geld für Prestigeobjekte mehr ausgeben. Bergold fordert ein Gesamtkonzept und Gebührenobergrenzen für alle Kinderbetreuungseinrichtungen. „Deshalb müssen zu allererst alle Verträge neu ausgehandelt werden. Sonst kommen die höheren Zuschüsse der Stadt nicht bei den Eltern an.“

Bergolds Ziel: Ein Krippenplatz darf höchstens 500 Euro im Monat kosten. Zudem will sie die Neugestaltung des Bahnhofs wie die Ansiedlung eines neuen Lebensmittelmarktes in Kelkheim-Mitte vorantreiben.

Mehr zum Thema

Kommentare