Wirbel um alten Bürgermeister

Eschborns Sex-Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt

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Eschborns neuer Bürgermeister: Mathias Geiger.

Eschborn  – Der Wirbel um den Eschborner Sex-Skandal ebbt nicht ab. Nicht nur Eschborns neuer Bürgermeister Mathias Geiger hat Strafanzeige gestellt, sondern auch CDU-Mann Wolf ram Schuster. Von Dirk Beutel

Was passierte vor rund fünf Jahren im Eschborner Rathaus? Hat Eschborns neu gewählter Bürgermeister und damaliger Erster Stadtrat seine Sekretärin gemobbt, gestalkt und sexuell belästigt? Und wer gab die internen Unterlagen, die diese Tat dokumentieren aus dem Rathaus an die Presse weiter – mitten im Bürgermeister-Wahlkampf? Der Beginn der Eschborner Schmuddelkampagne. Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft Frankfurt nach. Obgleich Mathias Geiger (FDP) mit 61,1 Prozent zum neuen Eschborner Bürgermeister gewählt wurde, hängt über ihm immer noch der Vorwurf des Sex-Skandals.

Geiger selbst, der sein neues Amt im Februar antreten wird, sieht sich als einzelnes Opfer einer gezielten Kampagne aus Richtung der CDU, um seinem Ruf zu schaden. Auch Wilhelm Speckhardt  (CDU), der am 6. Oktober gegen Geiger in einer Stichwahl verloren hatte, ist betroffen. Der abgewählte Bürgermeister war damals Personalchef und erstattete keine Anzeige. Die Sekretärin auch nicht. Sie wurde zwei Jahre krankgeschrieben, bekam das Krankengeld bis zum vollen Lohn aufgestockt. Eine Aktennotiz, die den Fall belegt, tauchte dann unmittelbar vor der Stich-Wahl der beiden Polit-Gegner auf.

Strafantrag gestellt

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Nach seiner Wahl versprach Geiger Aufklärung zur „Schmutzkampagne“ gegen ihn. Er erstattete Ende Oktober Anzeige gegen Unbekannt. Auch das gegnerische Lager kündigte Nachforschungen an: „Die CDU hat einen fairen und engagierten Wahlkampf betrieben, der jedoch permanent von unwahren und verleumderischen Behauptungen durch einzelne Personen sowie durch die mediale Berichterstattung diskreditiert wurde“, hieß es in einer Pressemitteilung. Doch trotz allem werde man sich mit dem neuen Bürgermeister arrangieren. Um der Wahrheit aber auf den Grund zu gehen, hat Vorstandsmitglied und CDU-Sprecher Wolfram Schuster am 12. Oktober ebenfalls einen Strafantrag gestellt. Schuster: „Es ist egal, wer da was getan hat. Es geistern nur Behauptungen umher. Es geht nicht darum, Herrn Geiger zu diskreditierten oder zu demontieren. Deshalb wird auch in alle Richtungen ermittelt.“

Das bestätigt auch die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Müller-Scheu: „Die Anzeigen sind eingegangen, die Ermittlungen laufen derzeit.“ Allerdings sei eine zweite Strafanzeige gar nicht nötig gewesen: „Zumal darin keine neuen Erkenntnise enthalten waren, beeinflusst sie auch die Ermittlungsarbeit nicht“, sagt Müller-Scheu. Schuster: „Ich möchte, dass der Vorwurf ausgeräumt wird, jemand aus den Reihen der CDU hätte etwas mit der Weitergabe der Unterlagen aus dem Rathaus zu tun gehabt. Schließlich hat uns diese Sache unterm Strich mehr geschadet als genutzt.“

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