Bürger werfen E.ON ein Spiel mit gezinkten Karten vor

Großkrotzenburg - Die Bürgerinitiative für Klima und Umweltschutz aus Großkrotzenburg schlägt Alarm. Grund: Der Energiekonzern E.ON - Betreiber des Kohlekraftwerks Staudinger - möchte nicht nur einen neuen Kraftwerksblock bauen, sondern will auch Grundstücke entlang der Zufahrtsgleise kaufen.

"E.ON spielt erneut mit gezinkten Karten", zeigt sich BI-Sprecher Michael Ruf verärgert und wittert Unheil. "Ich habe eine andere Vorstellung von einem offenen Dialog mit der Region", schreibt Michael Ruf in einer Pressemitteilung. Er befürchtet, dass die Schienenstränge ausgebaut werden könnten. "Tatsache ist, dass die bisherigen Gleisanlagen eine notwendige Erhöhung des Zugaufkommens zur Anlieferung der benötigen Kohle und den Abtransport der Gips- und Flugaschenzüge nicht bewältigen kann", so Ruf. Da in den Schreiben von E.ON an die Grundstücksbesitzer die Rede davon ist, dass die Grundstücke als Montageflächen für den Neubau beziehungsweise als Ausgleichsflächen in Frage kommen, hält Ruf daher für unglaubwürdig. Der BI-Sprecher merkt an, dass die Flächen teilweise Landschaftsschutzgebiet sind und in einer Wasserschutzzone liegen. "Ein Landschaftsschutzgebiet kann nicht als Ausgleichsfläche aufgewertet werden", schreibt Ruf.

Julia Katzenbach, Sprecherin des Staudinger-Kraftwerks, kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Zum einen sei es ein ganz normaler Vorgang, dass E.ON Besitzer von Grundstücken anschreibe, ob sie diese verkaufen oder langfristig verpachten wollen - entweder als Montage- oder Ausgleichsfläche. Ein Ausbau der Gleisanlagen außerhalb des Kraftwerkgeländes sei jedenfalls nicht geplant. Lediglich innerhalb des jetzigen Geländes werden später neue Gleise für das derzeit in Bau befindliche Kohlelager verlegt. Dass es E.ON Ernst mit der Renaturierung von Flächen meint, hat der Energiekonzern laut Katzenbach schon unter Beweis gestellt: Unter anderem wurden bei Großauheim Ackerflächen in naturnahes Grünland und ein Pappelforst in einen naturnahen Auwald umgewandelt, in der Kinzigaue bei Langenselbold wurde ein Auwald angelegt.

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