Erster Bürgerentscheid in Frankfurt

Rennbahn-Befürworter sagen DFB den Kampf an

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Frankfurt – Es ist ein Kampf David gegen Goliath. Auf der einen Seite ein Rennklub mit einer 150-jährigen Tradition. Auf der anderen Seite die Stadt Frankfurt und der Deutsche Fußball Bund (DFB). Von Dirk Beutel

Der DFB will der auf dem Rennbahn-Gelände bis 2018 für rund 60 Millionen Euro unter anderem ein Leistungszentrum bauen lassen. Doch da haben beide offenbar die Rechnung ohne den Rennklub gemacht. Der hat dem Bauplan den Kampf angesagt und hatte innerhalb von sechs Wochen 18.000 Unterschriften für den Erhalt der Rennbahn gesammelt. Davon sind 13.715 gültig, um ein Bürgerbegehren anzumelden. Es wird Frankfurts erster Bürgerentscheid überhaupt sein. Mindestens 25 Prozent aller wahlberechtigten Bürger wären nötig, um zu verhindern, dass die laut Clubmitglied Bruno Faust etwa 25 Millionen teure Anlage plattgewalzt wird. „Der Stadt als auch dem DFB, dem größten und reichsten Verband der Welt, stehen nahezu unbegrenzte Mittel zur Verfügung, wir können dagegen nur trotz zum Teil sechsstelliger Spendensummen auf ein überschaubares Budget zurückgreifen um uns zu wehren“, sagt der Präsident des Renn-Klubs Frankfurt, Manfred Louven. Jetzt soll ab dem 14. April auf dem Römerplatz ein „witziger und offensiver Wahlkampf, für die grüne Lunge Frankfurts geführt werden“, sagt Louven. Er betont, dass man nie auf Konfrontation mit der Stadt oder dem DFB gehen wollte, sondern immer auf eine Koexistenz gesetzt habe. Auch der Ex-Bundesligafußballer Markus Münch, der in Frankfurt einen Rennstall mit 40 Pferden führt, setzt sich für den Erhalt ein: „Das hier ist kein Ponyhof, sondern Leistungssport. Wenn diese hervorragende Anlage verschwinden würde, müssten sich meine Mitarbeiter neue Jobs suchen.“ Zuletzt besuchten etwa 8000 Besucher die Anlage in Niederrad. Ob die Rennbahn bleibt, entscheiden die Frankfurter am 21. Juni. Louven gibt sich kämpferisch: „Wir haben noch viele Pfeile im Köcher. Selbst wenn wir verlieren: Wir haben einen Plan B in der Tasche.“ Wie der aber aussieht, wollte er nicht verraten

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