Bürgerarbeit: Chance für ewige Jobsucher

Offenbach – Das Projekt Bürgerarbeit soll tausenden Langzeitarbeitslosen zu einem Job verhelfen. Während es in vielen Teilen Deutschlands floppt, läuft es in Offenbach gut. Rund 200 haben schon einen festen Job gefunden. Die bürokratischen Hürden machen es dem Jobcenter allerdings nicht leicht. Von Julia Renner

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat das Projekt im vergangenen August angeleiert, Anfang des Jahres sollten dann rund 34.000 Langzeitarbeitslose in das Projekt Bürgerarbeit starten. Doch in vielen der 197 beteiligten Jobcenter läuft es nicht gut.

Und auch in Offenbach gibt es einige Handicaps. 100 Bürgerarbeitsplätze wurden angemeldet, 70 bisher genehmigt. Das Problem: „Jede einzelne Stelle muss vom Bundesverwaltungsamt genehmigt werden. Und die lehnen die Vorschläge oft mehrmals ab, bevor sie endlich zustimmen“, sagt Matthias Schulze-Böing, Geschäftsführer von Main Arbeit.

Karitative Jobs

700 schwer vermittelbare Arbeitslose wurden im August 2010 zunächst in die Aktivierungsphase aufgenommen. Sechs Monate haben sich dann das Amt und die Arbeitslosen selbst intensiv auf Jobsuche begeben. 221 haben in diesem halben Jahr einen Job gefunden, sind weggezogen oder aus anderen Gründen nicht mehr arbeitslos.

Für alle anderen Arbeitslosen sind allerdings nur 100 Bürgerarbeitsplätze in der Stadt Offenbach vorgesehen. Ob im Naturschutz Biotope pflegen, im Sozialkaufhaus mithelfen oder in Schulkantinen Essen ausgeben: Die Jobs sollen karitativ sein – und anderen nicht die Arbeit wegnehmen, wie Schulze-Böing betont.

Wer einen der Bürgerarbeitsplätze bekommt, hat einen Vertrag für ein Jahr mit Option auf Verlängerung. So lange läuft das Projekt. Nach Tarif werden die Bürgerarbeiter bezahlt. Der Bund zahlt bis zu 1080 Euro, die Kommune zwischen 120 und 150 Euro und einen Restbetrag muss der Träger der Institution übernehmen, wo die Arbeitslosen im Einsatz sind.

Sprungbrett für den Arbeitsmarkt

Für schwer Vermittelbare könnte das eine Chance sein, glaubt Schulze-Böing. Denn wer keinen oder einen schlechten Schulabschluss hat, kann sich als Bürgerarbeiter noch auf andere Weise unterstützen lassen. Persönliche Betreuer kümmern sich um die Qualifizierung der Bürgerarbeiter und helfen, Bewerbungen zu schreiben. „Das ist ein Sprungbrett für den Arbeitsmarkt.“

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