Unterschreiben für Petra

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Petra Lenz (links) und der Bäckerei-Wagen sind eine Institution auf dem Oberräder Buchrainplatz. Jetzt sammelt sie Unterschriften für den Erhalt des täglichen Standplatzes.

Frankfurt – Die Freude bei den Oberrädern war groß, als Anfang November endlich der Spatenstich für die Umgestaltung des Buchrainplatzes in Oberrad erfolgte. Doch die trübt sich immer mehr. Auch weil der beliebte Bäckerei-Wagen des Café Kling weg soll. Von Norman Körtge

Seit 15 Jahren ist Petra Lenz da. Sowohl bei Sommerhitze als auch jetzt bei Eis und Schnee hält sie im Bäckerei-Wagen des Sachsenhäuser Café Kling auf dem Buchrainplatz in Oberrad fast jeden Tag die Stellung. Ab fünf Uhr morgens wartet sie mit frischen Brötchen, Stückchen und heißem Kaffee auf. Und mit einem offenen Ohr für ihre Kunden. „Ich bin für alle hier einfach die Petra“, berichtet sie vom familiären Umgang.

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Doch damit soll Schluss sein. Nur noch am Markttag – das ist der Samstag – darf dort der mobile Bäckerladen stehen. So will es die Stadtverwaltung, die den zentralen Platz für rund vier Millionen Euro umbauen möchte. Der mobile Verkaufswagen passe da offensichtlich nicht ins Gesamtbild. „Wir wollen nicht nur einen neuen, sondern auch einen lebendigen Platz“, sagt der Oberräder Norbert Karl Scherlitz und erhält das zustimmende Nicken von Peter Knapp, der ganz in der Nähe einen Fotoladen hat. „Und es ist vor allem ein Frankfurter Bäcker und nicht irgendeine Kette“, sagt er. Genauso wie Ellen Planchenstainer hat er deshalb auf der Unterschriftenliste unterschrieben. Etwa 1000 Namen stehen bereits darauf. Sie alle wollen den Bäckerei-Wagen jeden Werktag auf dem Buchrainplatz stehen sehen.

Jetzt sollen Unterschriften helfen

Bestärkt fühlen sich die Oberräder in ihrer Forderung durch die Informationen, die diese Woche zu einer Analyse des Frankfurter Einzelhandels durchsickerten. Demzufolge leiden die Stadtteile unter der Schließung von Läden, wodurch die Lebensqualität stetig sinke.

Für Kopfschütteln bei den Oberrädern sorgt nicht nur das. Zwar sind alle glücklich, dass nach Jahren des Wartens endlich die Umgestaltung des Platzes begonnen hat, aber der Zeitpunkt kurz vor dem Winter sei unsinnig gewesen, denn seit dem ersten Schnee ruhen die Bauarbeiten. Das alles sei doch reiner Aktionismus vor der Kommunalwahl im März, sind sich Scherlitz, Knapp und Planchenstainer einig.

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