Klassenzimmer der Zukunft

Abtauchen in die dritte Dimension

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Der Cyber-Classroom ist auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt worden. 3D-Brillen sind ein Muss, um die Effekte des Schalenmodells auf dem großen Bildschirm zu erkennen.

Region Rhein-Main - Das Lernen der Zukunft ist bunt, bewegt und ist multimedial. Und es funktioniert mit einer Brille – einer 3D-Brille. Ausprobieren konnte man den Cyber-Classroom auf der Buchmesse. Von Silke Gottaut

Ohne 3D-Brille erkennt man das Bild nur sehr verschwommen.

Ein Blick auf den Bildschirm – alles ist verschwommen und unscharf. Den Gedanken, beim Augenarzt anzurufen, kann man jedoch zum Glück schnell wieder ablegen. Denn es handelt sich auf dem Bildschirm um 3D-Effekte (Bild unten). Doch was genau fliegt da jetzt durch die Luft? Um das zu erfahren, muss man eine 3D-Brille aufsetzen. Und alles ist plötzlich klar und deutlich: Ein Mädchen, ein Buch, Moleküle, Stifte schweben durch den Raum.

3D-Lernmodule sind anschaulicher und besser zu begreifen

Noch ist der Anblick Schüler und Lehrer mit 3D-Brillen im Klassenraum zu sehen komisch – doch das soll die Zukunft sein. Schüler sollen anhand von 3D-Lernmodulen Inhalte besser verstehen. Vor allem komplexe naturwissenschaftliche Themen. Zum Beispiel fliegende, räumlich dargestellte Moleküle sollen die chemischen Verbindungen für Schüler klarer und verständlicher machen. Das machen sie auch, meint Moritz, der gerade den Cyber-Classroom ausprobiert: „So versteht man vieles besser. Es ist anschaulicher dargestellt und leichter zu begreifen.“

Cyber-Classroom ist wahnsinng teuer

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Whiteboards statt Tafeln

Tipps von Buchhändlern

So toll die neue Technik auch sein mag, sie muss erst einmal bezahlt werden. Die Hardware – ein Stereofernseher, der mit Spiele-Konsolen gesteuert wird – kostet um die 15.000 Euro. Dagegen sind die elektronischen Whiteboards, die nun immer mehr an Schulen eingesetzt werden und schon viel im Gebrauch sind, ein Schnäppchen. Je nach Ausstattung kosten sie zwischen 3000 und 8000 Euro (der EXTRA TIPP berichtete). Experten sagen, dass Whiteboards mehr Spaß und Motivation ins Klassenzimmer bringen.

Doch neben dem Cyber-Classroom und dem Whiteboard gibt es noch die neue europäische Onlineplattform we.learn.it. Sie bietet Schulklassen 15 Expeditionen an. Darunter zum Beispiel die Themen Regenwald, Tiefsee oder Erde im Wandel. Die Aufgaben der Expeditionen werden mit einem Smartphone und Tablet gelöst. Die Zukunft des Klassenzimmers wird immer technischer und vielfältiger – mit einem klassischen Schulbuch und einem Stift hat es bald nichts mehr zu tun.

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