Brust rein, Bauch raus! Wer lacht, lebt länger

Offenbach - Corinna Lechler lacht von morgens bis abends. Laut, manchmal ohrenbetäubend, auf Kommando, wenn es sein muss. Ihr Motto: „Wer lacht, lebt gesünder!“ Deswegen hat die gelernte Schauspielerin und Regisseurin das Lachen zum Beruf gemacht. Von Christian Reinartz

In Offenbach leitet sie eine Lach-Yoga-Schule. Dort bringt sie Menschen, die im Leben nichts mehr zu lachen haben, das Gelächter wieder bei. „Die meisten Menschen atmen völlig falsch“, sagt Corinna Lechler. Astrid Schieble und Ilona Wanczeck aus Heusenstamm nehmen eine Schnupperstunde in der Offenbacher Lach-Yoga-Schule. Beide sind unsicher, wie sie auf Kommando lachen sollen. „Hier werden keine Witze erzählt. Es geht um die richtige Atemtechnik“, klärt sie die beiden auf.

Ha. Ha. Hahaha“, prustet Lechler abgehackt. Dabei drückt sie mit der Hand gegen ihren Bauch. Der wölbt sich bei jedem Atemstoß weit nach vorne. Bauchatmung nennt sie das. „Die meisten Menschen ziehen beim Einatmen den Bauch ein und atmen nur in die Brust“, sagt sie: „Absolut falsch. Genau andersherum muss es sein.“ Beim Lachen wird die Bauchatmung aktiviert, egal, ob das Lachen echt oder gekünstelt ist.

Aus Erfahrung weiß sie, dass gerade junge Frauen ein Problem damit haben, ihren Bauch locker zu lassen oder ihn gar herauszustrecken. Ebenso neigten Männer dazu sich im Brustbereich mit Luft voll zu pumpen - mit gesundheitlichen Folgen: Wer nämlich, laut Lechler, falsch atmet, lagert jede Menge Giftstoffe im Körper ein und hat ein weniger leistungsfähiges Immun-System. „Menschen, die falsch atmen, leben nachgewiesenermaßen kürzer als die Bauchatmer.

Weitere Infos unter Tel. 069 80909498 oder auf www.mehr-lachen.de

Lechler nimmt die Hände an den Mund. „Wir pusten uns einen gedachten Luftballon auf bis er ganz groß ist“, sagt sie: „Dann lassen wir ihn fliegen und lachen laut hinterher.“ Während sie routiniert ihr Zwerchfell aktiviert und ein durchdringendes Gelächter ausstößt, bekommen die beiden Damen sofort einen echten Lachanfall. „Genau richtig“, lobt Lechler: „Das ist sogar noch besser. Da wird das Zwerchfell automatisch bewegt.“ Das ist laut Lechler die Geheimwaffe eines jeden Menschen. „Wer es regelmäßig nutzt, ist glücklicher“, weiß sie. Das liege an den Glückshormonen, die dadurch im Gehirn freigesetzt würden.

Astrid Schieble und Ilona Wanczeck sind baff. Beide sind in die Schnupperstunde gekommen, um sich von Lechler helfen zu lassen. Wanczeck hat Probleme durch die Nase zu atmen, Schieble möchte gerne lauter und voller sprechen. Beides sei, so die Trainerin, mit Lachtraining hinzubekommen. Die Beiden sind zuversichtlich: „Jetzt haben wir einmal angefangen. Jetzt wollen wir auf jeden Fall auch weiterlachen.

Lach-Tipps für jeden Tag

Die Offenbacher Lachtrainerin Corinna Lechler rät:

  1. Richtiges Atmen ist das A und O. Beim Einatmen muss der Bauch entspannen, also herauskommen. Auf keinen Fall andersherum. Diese Bauchatmung ist gesund und reinigt den Körper.
  2. So oft wie möglich die Mundwinkel nach oben ziehen. Auch alleine vor dem Fernseher. Das setzt wichtige Glückshormone frei.
  3. Wer lachen muss, sollte am besten alle gesellschaftlichen Zwänge außer Acht lassen: Also Mund aufreißen, laut und beherzt loslachen, bis es dann irgendwann von selbst aufhört. Auf keinen Fall die Luft anhalten, um es zu unterdrücken.

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