Offenbacher Frühstücksdienst füllt Mägen von hungrigen Arbeiter

Brunchman kämpft mit Broten und Bagels

+
Thomas Dietzel wird gerettet. Sein knurrender Magen wird von Daniela Mogk mit einem Baguette bekämpft.

Offenbach – Superman, Batman und Spiderman sind fiktiv, retten die Welt und kämpfen gegen das Böse. Brunchman bekämpft den Hunger real, fährt mit Musik durch das Rhein-Main-Gebiet und arbeitet mit seinem Team in Offenbach. Von Andreas Einbock

Alexander Ruf.

Auf einem Brett liegen 20 Tomaten, daneben fünf faustgroße Zwiebeln. In mehreren Schüsseln liegen Eier, Pflaumen, Ananas, dazwischen noch eine Honigmelone. Zügig zerkleinern viele Hände diese Zutaten und belegen damit die bereits mit Butter beschmierten Bagels und Brötchen. Vier der zwölf hektischen Menschen haben knallrote Jacken an und bringen die Stiegen gefüllt mit verpackten Baguettes, Salaten, Müslis und Desserts in drei gelbe und einen roten Klein-Transporter.
Mit einem davon rollt Daniela Mogk um 7.30 Uhr vom Gelände der ehemaligen Hassia-Fabrik. Die 40-jährige Offenbacherin beliefert für den mobilen Frühstücksservice Brunchman 27 Firmen auf ihrer fünfstündigen Tour. „Bei isst jeder alle. Vom Handwerker über den Angestellten bis zum gehobenen Bankmanager“, sagt die kleine, quirlige Frau und rollt rasant begleitet von der Star Wars Film-Melodie, die aus einem Lautsprecher vom Autodach schallt, auf das nächste Firmengelände. Thomas Dietzel ist einer ihrer Stammkunden. „Alles ist lecker, immer frisch und vor allem spare ich viel Zeit“, sagt der Mitarbeiter eines Autohauses. Zu Mogks Kunden zählte schon Musikproduzent Moses Pelham: „Der ist nett und cool. Ich wollte erst nicht glauben, dass er Vegetarier ist“, sagt Frühstücksfrau Mogk, die seit drei Jahren gegen den Hunger und im Auftrag des Brunchman-Erfinders Alexander Ruf kämpft.
Der gebürtige Schwabe hatte 1999 die Idee mit einem Geschäftspartner: „Als wir keine Konzession für einen festen Imbiss bekamen, haben wir aus der Not eine Tugend gemacht. Dass der Bedarf so gigantisch sein würde, hatten wir nicht erwartet“, erinnert sich der gelernte Hotelfachmann, der durch eine Umschulung zum Grafiker die richtige Kombination für sein Geschäft fand. „Der Brunchman ist ein Comic-Held, der sich ums Frühstück und Mittagessen kümmert und gemeinsam mit dem Cateringprofi Robin Food kämpft. Sie haben schon Abenteur gegen Batman und Supermann bestanden“, beschreibt Ruf die beiden Comicfiguren, die zunächst jede Woche die neuen Angebote illustrierten. Inzwischen schätzen Mitarbeiter von mehr als 400 Firmen von Oberursel, Neu-Isenburg bis Rödelheim die Chiabattas, Wraps und Nudelsalate. „Durch mein zweites Geschäftsfeld dem Party- und Eventcatering trauen wir uns auch zu, ein vollwertiges und gesundes Mittagessen anzubieten“, beschreibt der 41-Jährige noch offenes Potenzial. Gern würde Ruf noch einen Lunchman zum Leben erwecken und somit ein Trio in den Kampf gegen leere Mägen schicken.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare