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Hans-Jürgen Mock (links) und Bernhard Westenberger im Showspielhaus. Nicht nur Comedy und Musicals werden sie anbieten. Auch ein Restaurant gibt es.

Hofheim – Baugerüste, Schutt und Werkzeug: Derzeit ist das Showspielhaus in Hofheim noch eine Baustelle. Doch am 1. Oktober geht‘s los. Comedians und Musicals sind dann auf der neuen Bühne zu sehen. Bernhard Westenberger und Hans-Jürgen Mock erfüllen sich damit einen Traum – in den sie viel Geld investieren und Risiken in Kauf nehmen. Von Julia Renner

Seit 16 Jahren betreiben Mock und Westenberger gemeinsam den Posthofkeller in Hattersheim, stehen dort auch in Musical-Eigenproduktionen auf der Bühne. 92 Zuschauer finden im Posthofkeller Platz und damit „stößt man schnell an Grenzen“, sagt Bernhard Westenberger.

Im Oktober vergangenen Jahres fanden sie durch Zufall, was sie suchten. Die alte Papiermühle an der Hattersheimer Straße stand leer. Seitdem laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Insgesamt 1100 Quadratmeter groß ist die alte Papiermühle. 450 Quadratmeter wird das Foyer später messen und 650 Quadratmeter der Saal, in dem sich auch die Bühne befindet. Dass sie aber keine riesige Festhalle entstehen lassen, betonen beide. Der Charakter soll dem des Posthofkellers entsprechen, gemütlich soll es sein.

Deshalb gibt es auch keine Sitzreihen aus Plastikstühlen. Die Gäste sitzen an Tischen. Ein „Plüschtheater“ soll das Showspielhaus sein, sagt Mock. Dort können 195 Zuschauer dann Comedians wie Bodo Bach, Jörg Knörr und Matthias Münch erleben. Denn die haben ihre Auftritte für dieses Jahr schon zugesagt.

Auch ein Restaurant wird es geben. Darin werden etwa 40 Leute Platz finden. In den ersten zwei Jahren wird sich ein Caterer aus der Region um die Gastronomie kümmern. „Es lässt sich nicht realisieren, dass wir anfangs alles machen“, sagt der 44-jährige Westenberger.

Musical-Macher erfüllen sich einen Traum

Das Ensemble von Mock und Westenberger wird derweil mit der Größe der Bühne wachsen. „Wir haben Schauspieler bundesweit gecastet.“ Das erste Projekt für das Showspielhaus ist auch schon in der Planung: „Wo die Rübe hinfällt“ heißt es und ist eine Mischung aus der TV-Sendung „Bauer sucht Frau“ und Werken von Edgar Wallace.

Dass sie mit dem Showspielhaus auf die Nase fallen können, wissen Westenberger und Mock. Doch die beiden wollen sich damit einen Traum erfüllen: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt der 54-jährige Mock. Das lassen sie sich einiges kosten: Rund 500.000 Euro investieren sie. „Es wird teurer als geplant.“ Sie haben eine GmbH gegründet und in den nächsten Wochen soll noch ein Förderverein auf die Beine gestellt werden. Die Gemeinde Kriftel habe schon zugesagt, einige Veranstaltungen im Showspielhaus durchzuführen, berichtet Westenberger.

Trotz Unterstützung wissen sie, dass sie „in den ersten zwei Jahren nicht wirklich in die schwarzen Zahlen kommen werden“. Der Mietvertrag laufe über zehn Jahre und „in dieser Zeit soll es sich gerechnet haben“.

Aufhören wollen sie nach zehn Jahren aber nicht. Auch der Posthofkeller wird unter ihrer Leitung weiter geöffnet sein. Bammel haben sie nicht, gespannt sind sie dafür umso mehr.

Auf der Internetseite http://www.showspielhaus.de ist schon eine Vorschau des Programms zu sehen. Auch Tickets zwischen 19,50 und 24,50 Euro können dort bald bestellt werden.

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