Brautentführung – das geht so gut wie gar nicht mehr

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Da freut sich die Braut: Herz ausschneiden und durchtragen lassen.

Frankfurt – Maximal 15 Grad am Wochenende. Noch zeigt sich der Wonnemonat Mai von seiner kalten Seite. Dennoch überwiegen bei vielen Paaren in der Region die Frühlingsgefühle. Hochzeiten stehen an. Was auf den Feiern angesagt ist, verrät die Frankfurter Hochzeitsplanerin Bettina Funke-Redlich. Von Norman Körtge

Spätestens seit Jennifer Lopez als Hochzeitsplanerin in der Filmkomödie „The Wedding Planner“ 2001 die Kinoleinwand eroberte, ist der Beruf in Deutschland bekannt. Auch wenn er hierzulande gar nicht staatlich anerkannt ist. Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren der Trend entwickelt, die Organisation einer Hochzeitsfeier in professionelle Hände zu geben, wie Bettina Funke-Redlich berichtet. Die Dienste ihrer Frankfurter Agentur „L‘arrangement“ sind gefrag

Bettina Funke-Redlich

„Für die meisten Paare ist heute die Location, in der die Feier stattfindet, die wichtigste Entscheidung. Sie wird nicht mehr nach der Nähe zum Wohnort gewählt, sondern nach dem Geschmack des Paares, unabhängig von der Region“, sagt Funke-Redlich.

Hochzeitsanleitungen vom Wedding-Planer

Gleich geblieben ist der Wunsch nach einer klassischen Trauungszeremonie: Sei es nur eine standesamtliche Trauung, eine kirchliche Zeremonie oder eine freie Trauung. „Für die meisten Paare ist dies der wichtigste Teil der Hochzeit“, weiß die Hochzeitsplanerin.

Zu den beliebtesten Ritualen nach der Trauung gehört nach wie vor das Baumstammsägen. „Eine Braut hat im Hochsommer daran natürlich wenig Spaß bei über 30 Grad im Brautkleid und mit aufwendigem Styling sich körperlich zu betätigen“, versucht Funke-Redlich die Gäste zu sensibilisieren. Viel schöner und entspannter sei es, wenn das Paar nach der Trauung aus einem großen Stück Stoff ein Herz ausschneidet und der Bräutigam seine Braut auf Händen durch das Herz trägt.

Partnerspiele während der Feier liegen im Trend

„Was gar nicht mehr geht ist die Brautentführung“, so Funke-Redlich. Die Brautpaare würden sich sehr viel Mühe machen, um ein einzigartiges Fest für sich und ihre Gäste zu gestalten – das sollten sie auch beide in vollen Zügen genießen können, meint Funke-Redlich.

Marion Keller

Angesagt und amüsant auf der Feier sind Partnertests und Erkennungsspiele. Beliebt sind auch Ballonaktion mit Wunschkarten oder das die Gäste dem Brautpaar auf Puzzleteilen ein gemeinsames Bild malen.

Die Tradition wird noch gewahrt

Ähnlich sieht es auch Marion Keller. Die Hochzeitsplanerin hat noch eine weitere Veränderung im Vorfeld der Hochzeit festgestellt. „Der Polterabend rückt immer mehr in den Hintergrund“, sagt sie. Dafür würden die Junggesellen- beziehungsweise Junggesellinnenabschiede opulenter geplant und gefeiert. Dass immer öfter ein Hochzeitsplaner bauftragt wird begründet sie damit, dass Familie und Freunde weniger eingespannt werden, damit auch sie die Feier genießen können. Da der Hochzeitsplaner-Markt stetig wächst, plant Keller nicht nur Hochzeiten, sondern bietet in diesem Jahr auch erstmals einen von der Industrie- und Handleskammer für die Pfalz zertifizierten Lehrgang an. Inhalte sind spezifisches Wissen über Hochzeiten und Trauungen, Event- und Projektmanagement, Umgang mit Dienstleistern sowie wichtige Hinweise für die Existenzgründung. Infos im Internet unter

http://www.larrangement.de und http://www.h-i-h.de.

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